ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2002Psychische Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen in der allgemeinärztlichen Praxis: Hohe Prävalenz

MEDIZIN: Kongressberichte und -notizen

Psychische Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen in der allgemeinärztlichen Praxis: Hohe Prävalenz

Dtsch Arztebl 2002; 99(43): A-2871 / B-2441 / C-2286

Jakob, Alexander

zu dem Beitrag von Dr. med. Bärbel Ziegert, Andreas Neuss, Prof. Dr. med. Beate Herpertz-Dahlmann, Prof. Dr. med. Waltraut Kruse in Heft 21/2002
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LNSLNS Wenn Ziegert et al. von 12,5 bis 27 Prozent der deutschen Kinder und Jugendlichen schreiben, die Verhaltensauffälligkeiten, Leistungs- und emotionale Störungen aufweisen, und in ihrer Aachener Studie dies untermauern, so zeigt dies in eindrucksvoller Weise, dass es sich hier um ein Problem handelt, das im Allgemeinen von Ärzten oftmals vernachlässigt wird.
Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die breite Bevölkerung dieses Problem längst erkannt hat. Die Spitze des Eisberges kann schön an den von Ziegert et al. angeführten hyperkinetischen Störungen gezeigt werden, die sogar von Lehrern sehr großzügig diagnostiziert wurden und zu deren Behandlung verunsicherten Eltern eine „unbedingt notwendige“ Methylphenidat-Therapie empfohlen wurde. Gerade hier ist es Aufgabe des Allgemeinarztes frühzeitig zu intervenieren und geeignete Pfade, von denen der medikamentöse nur einer ist, zu beschreiten. Dem Hausarzt kommt hier in der Rolle des Lotsen eine besondere Aufgabe zu, und es ist zu fordern, dass in Zukunft diesem Thema in den allgemeinmedizinischen Curricula und damit in der alltäglichen Anamnese und Untersuchung bei Kindern besondere Bedeutung zugemessen wird.
Diese wird derzeit noch nicht deutlich hervorgehoben, ist aber den anderen „Volkserkrankungen“ prozentual durchaus nicht unterlegen. Untermauernd kommt hier noch die „DAK-Untersuchung“ zu psychischen Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen hinzu, in der sich ebenfalls eine hohe Prävalenz findet.

Dr. med. Alexander Jakob
Ringstraße 18
64367 Mühltal

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