ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2002Barbados/Karibik: Rhythmen, Rasta, Romantik

VARIA: Reise / Sport / Freizeit

Barbados/Karibik: Rhythmen, Rasta, Romantik

Dtsch Arztebl 2002; 99(43): A-2878 / B-2446 / C-2292

Schumacher, Barbara

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Bottom Bay, weiße feinsandige Bucht an der Südostküste von Barbados Fotos: Staatliches Fremdenverkehrsamt Barbados
Bottom Bay, weiße feinsandige Bucht an der Südostküste von Barbados Fotos: Staatliches Fremdenverkehrsamt Barbados
Wir sind das Riff“ und „Vetter Schildkröte“ heißen seine Skulpturen. Bill Grace, 1953 in Barbados geboren, ist Fotograf, Designer, Architekt, Maler und Bildhauer. Ausstellungen seiner Werke sind weltweit zu sehen. Seine Lieblingsmotive, die Schildkröten, wurden schon von Dame Nita Barrow bewundert, der früheren Generalgouverneurin der Insel, die bei ihm Malunterricht hatte. Mittelpunkt seines lichtdurchfluteten, mit eigenen Kunstwerken reich dekorierten Atelierhauses im blühenden Garten ist der Brennofen für die Plastiken, in dem gerade runde, bis 75 cm Durchmesser große, von indischer Mystik inspirierte „Mandalas“ gebrannt werden, während wir beim Five o’Clock Tea sitzen. „In meinen Kunstwerken greife ich expressionistische und impressionistische Ausdrucksformen auf, aber auch Elemente zeitgenössischer Volkskunst, primitiver Kunst, mytische Elemente vergangener Kulturen. Über allem steht meine Liebe zu ausdrucksvollen Formen und Farben.“ Ein Beispiel dafür kann jeder
bewundern: das 80 x 220 cm große Glasfenster „Alle Farben in Gottes Garten“ in der St. James Parish Church.
Wer nach Barbados fliegt, kann neben karibischen Sandstränden im Westen oder wilden Felsstränden im Osten (Atlantikküste!) mit starker Brandung, vielen Wasser- und Landsportmöglichkeiten und attraktiven Unterhaltungsmöglichkeiten auch die reiche Kunstszene in stilvoller Umgebung genießen, auf Ausflügen durch Zuckerrohrfelder (mit Stopp auf einer Zuckerrohrplantage und Stärkung durch einem Schluck Rum) und bizarre Höhlen streifen und auf den Spuren verschiedener Kulturen wandeln, denn sogar von den Arawak- Indianern ist in Form von Überresten kleiner Dörfer noch etwas übrig geblieben. In vielen Bereichen geht es genauso britisch zu wie im Mutterland des zum Commonwealth gehörenden Eilands: Linksverkehr, Cricket, gut be„hütete“ Damen bei
offiziellen Veranstaltungen,
historisches Parlamentsge-
bäude, Gerichtsbarkeit mit Perücken tragenden Richtern in der Hauptstadt Bridgetown. Hier gibt es einen geschäftigen Hafen, Kunstgalerien und Museen, lebhafte Straßenzüge mit Einkaufsparadiesen, aber auch kleine Gassen mit den berühmten Chattelhouses, farbigen Holzhäuschen auf Steinen,
Mit farbenprächtigen Kostümen feiern die „Bajans“ im Sommer das „Crop Over Festival“, ein traditionelles Erntedankund Karnevalsfest.
Mit farbenprächtigen Kostümen feiern die „Bajans“ im Sommer das „Crop Over Festival“, ein traditionelles Erntedankund Karnevalsfest.
das „bewegliche Eigentum“ der früheren Sklaven.
Die „Bajans“ genannten Einwohner sind freundlich und den Besuchern aus aller Welt gegenüber aufgeschlossen. Sie beherrschen das bunte Straßenbild, aber hier wie auf den zahlreichen Märkten sind noch andere Zeitgenossen anzutreffen, die mit filzigen „Pelzmützen“ auffallen: Rastafarians mit überdimensionaler Haarpracht, die sich als Künstler und Marktverkäufer ihr Brot verdienen und stolz verkünden, das gesellschaftlich doch recht steif-englische Leben der Vergangenheit mit frischer Brise versehen zu haben durch freche Protestlieder im Calypso-Stil – auch als Prellbock gegen den überall gegenwärtigen Einfluss des großen Bruders USA. Bei den „Rasta“ toleriert die wachsame Polizei den Marihuana-Genuss. Als Tourist sollte man da jedoch nicht das geringste Risiko eingehen.
Zu den Höhepunkten eines Barbados-Aufenthaltes gehört die Teilnahme an einer der vielen übers Jahr stattfindenden Veranstaltungen: Barbados Jazz Festival, Dance Festival, Windsurfing World Cup, Steel Band Wettbewerbe, Holder’s Opera Season mit Oper, Konzerten und Theater, Oistins Fish Festival mit Angeln, Bootsrennen, eine Ausstellung der Küstenwache, Stände mit
kulinarischen Leckerbissen, Kunsthandwerk, Tanz- und Gesangsdarbietungen und Straßenrennen, Carlisle Bay Water Festival, Congaline Street Festival mit lebhaftem Markt, Kleinkünstlern und Handwerkern, Holetown Festival zur Erinnerung an die Ankunft der ersten Siedler auf Barbados mit Konzerten in der historischen Parish Church, Gospelfest mit christlichen Gesangsgruppen aus der ganzen Welt, NIFCA (National Independence Festival of Creative Arts), bei dem alle Bajans aufgerufen sind, ihre künstlerischen Talente unter Beweis zu stellen, wobei die besten Arbeiten aus den Bereichen Musik, Tanz, Gesang, Fotografie, Malerei, Theater, Literatur und Poesie bei der großen Abschluss-Gala am Unabhängigkeitstag, dem 29. November jeden Jahres, preisgekrönt werden. Höhepunkt der alljährlichen Veranstaltungen ist jedoch das Crop Over Festival im Sommer mit Wahl des Calypsokönigs, das einem Karneval ähnelt und das Ende der Zuckerrohrernte markiert. Neu und besonders erwähnenswert ist das Barbados National Trust Open House Programme.
Barbara Schumacher

Reise-Tipps: Barbados ist ganzjähriges Reiseziel. Die Verhältnisse sind stabil, die Bewohner blicken auf eine über 350-jährige parlamentarische Demokratie zurück. Die Übernachtungsmöglichkeiten sind vielfältig: Vom preiswerten Appartement bis zum Luxushotel ist alles zu haben. Auch für kulinarische Genüsse ist gesorgt: ob Pizza-Bude oder Gourmet-Tempel, man hat die Qual der Wahl. Zahlreiche Reiseveranstalter haben Barbados im Programm. Auskünfte über Verkehrsverbindungen, Land und Leute und über die Termine der genannten Veranstaltungen sind erhältlich bei: Staatliches Fremdenverkehrsamt Barbados, Neue Mainzer Straße 22, 60311 Frankfurt/Main, Telefon: 0 69/24 26 96 30, Fax: 0 69/23 00 77.
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