ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2002Änderungen der Richtlinien zur Organtransplantation gemäß § 16 TPG

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundes­ärzte­kammer

Änderungen der Richtlinien zur Organtransplantation gemäß § 16 TPG

Dtsch Arztebl 2002; 99(43): A-2885 / B-2453 / C-2297

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LNSLNS Der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer hat am 27. September 2002 auf Empfehlung der Ständigen Kommission Organtransplantation folgende Änderungen der Richtlinien zur Organtransplantation gemäß § 16 TPG beschlossen:

I. In den Richtlinien für die Organvermittlung thorakaler Spenderorgane (Herz) sowie den Richtlinien für die Organvermittlung thorakaler Spenderorgane (Herz-Lungen und Lungen) werden jeweils die Abschnitte „3. Expertengruppe thorakale Transplantation (Auditgruppe)“ unter Aufhebung der bisher gültigen Fassung, veröffentlicht im Deutschen Ärzteblatt Jg. 99: A 387 [Heft 6] vom 8. Februar 2002, wie folgt neu gefasst:

„3. Expertengruppe thorakale Transplantation (Auditgruppe)
3.1 Aufgabenstellung der Auditgruppe

Ein Patient, der zur dringlichen Transplantation (HU) angemeldet wird, muss sich in dem anmeldenden Transplantationszentrum in stationärer Behandlung befinden. Über die Dringlichkeit entscheidet eine Auditgruppe bei der Vermittlungsstelle.

3.2 Zusammensetzung der Auditgruppe

Aus jedem zur Transplantation thorakaler Organe zugelassenen Transplantationszentrum in Deutschland werden zwei in der thorakalen Organtransplantation erfahrene Ärzte für die Auditgruppe nominiert. Aus dieser Gruppe wird im Rotationsverfahren ein ständiger Bereitschaftsdienst gebildet. Die jeweils amtierende Auditgruppe setzt sich aus drei Mitgliedern zusammen, die in verschiedenen Transplantationszentren tätig sind, nicht jedoch in dem Zentrum, das von der Allokationsentscheidung betroffen ist; ihr müssen ein Internist und ein Chirurg angehören.

3.3 Entscheidungen der Auditgruppe

Die Entscheidung der Auditgruppe ist mehrheitlich und innerhalb von 6 Stunden zu treffen. Jedes Votum wird begründet und zusammen mit der Vermittlungsentscheidung bei Eurotransplant dokumentiert. Das Auditverfahren ist nach Eingang der Voten der Audit-Mitglieder bei Eurotransplant abgeschlossen.
Die Reevaluation erfolgt auf Veranlassung des anmeldenden Zentrums für das Herz nach 7 Tagen, für die Lunge nach 14 Tagen durch die dann zuständigen Gutachter.“

II. In den Richtlinien für die Organvermittlung
– zur Nierentransplantation
– zur Lebertransplantation
– thorakaler Spenderorgane (Herz)
– thorakaler Spenderorgane (Herz-Lungen und Lungen)
– zur Pankreastransplantation
wird der Abschnitt „Sanktionen“ (jeweils Nr. 3 bzw. Nr. 4 der organbezogenen Einzelrichtlinien) unter Aufhebung der bisher gültigen Fassung, veröffentlicht im Deutschen Ärzteblatt, Heft 7 vom 18. Februar 2000, wie folgt gefasst:

„3.“ bzw. „4. Sanktionen

Bei einem Verstoß gegen die Allokationsrichtlinien sind die Voraussetzungen für die Zulässigkeit der Organübertragung nach § 9 TPG nicht gegeben, und es liegt nach § 20 Abs. 1 Nr. 2 TPG ein Bußgeldtatbestand vor. Wird der Vermittlungsstelle ein Verstoß bekannt oder hat sie hinreichende Verdachtsmomente für einen solchen, unterrichtet sie die nach § 12 Abs. 4 Satz 2 Nr. 4 TPG gebildete Prüfungskommission. Diese informiert ggf. die zuständige Bußgeldbehörde.“

III. In den Richtlinien für die Organvermittlung zur Nierentransplantation wird der Abschnitt „1.6 Hochimmunisierte Patienten“ unter Aufhebung der bisher gültigen Fassung, veröffentlicht im Deutschen Ärzteblatt, Heft 7 vom 18. Februar 2000, wie folgt gefasst:

„1.6 Hochimmunisierte Patienten

Diese Patienten werden im Rahmen von Sonder-Allokationsprogrammen (derzeit ,acceptable mismatch‘-Programm [AM-Programm]) wegen ihrer sonst sehr viel schlechteren Chancen für ein Transplantat bevorzugt berücksichtigt.“

Die genannten Änderungen der Richtlinien sind auch im Internet unter: http://www.baek.de/30/Richtlinien/Richtidx/Organ/10Organtrans/index.html verfügbar.

Korrespondenzadresse:
Bundes­ärzte­kammer
Ständige Kommission Organtransplantation
– Geschäftsführung –
Herbert-Lewin-Straße 1, 50931 Köln
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