ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2002Börsebius zur HVB und Commerzbank: Traue sich, wer mag

VARIA: Schlusspunkt

Börsebius zur HVB und Commerzbank: Traue sich, wer mag

Dtsch Arztebl 2002; 99(43): [92]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Bevor ich mich der armen Commerzbank zuwende, noch einige Anmerkungen zu HVB Anleihe 13/3, über die ich in der Ausgabe vom 4. Oktober, Heft 40, geschrieben habe. Dort steht unter anderem, dass bei einem Indexanstieg des EuroStoxx 50 der Coupon gedeckelt wird und in diesem Fall bei 13 Prozent Halt macht.
Das stimmt aber nicht, verfluchte Hacke. Ich habe mich an dieser Stelle von der Tücke des Kleingedruckten verblüffen lassen. In der Tat tritt aber bei einem Indexanstieg von über 13 Prozent eine fies ausgedachte Konstruktion in Kraft. In diesem Fall wird dann nur noch der Mindestcoupon von drei Prozent gezahlt.
Tut mir wirklich Leid, ich bin für den Fauxpas auch schon am Telefon, in Briefen und Faxen genug geprügelt worden. Gleichwohl (!) gilt die Hauptaussage des Artikels nach wie vor, dass diese Anleihe eine echte Alternative ist.
Warum? In all den Jahren, in denen der Referenz-Index irgendwelche Zuwächse von fünf oder sieben oder elf Prozent erzielt, belaufen sich die Ausschüttungen eben genau in diesen Größenordnungen. Dass der Index über 13 Prozent wächst, mag in der Folgezeit sicher mal vorkommen, aber doch wohl nicht über die gesamte Laufzeit von sieben Jahren. Es kann genauso gut sein, dass mit einigem Glück diese hinterhältig ausgedachte Gewinn-Deckelung überhaupt nicht greift, wenn der Index gar nicht über die magische Grenze steigt.
Kommen wir aber jetzt
zu einem wirklich unangenehmen Casus. Was sich derzeit bei der Commerzbank abspielt, sprengt jegliche Grenzen des Vorstellbaren. Noch vor wenigen Monaten hielten Experten einen Kurs von 20 Euro für preiswert, heute ist die Aktie für lächerliche sechs Euro zu haben. Was ist los, geht die Bank Pleite?
Hässliche Spekulationen machten in jüngster Zeit die Runde. Die Bank habe Liquiditätsprobleme, andere Geldhäuser hätten ihr die kurzfristigen Kreditlinien gestrichen, es käme ein riesengroßer Verlust auf das Geldinstitut zu, und so weiter. Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller ruderte, was das Zeug hielt, es sei alles Quatsch, die Spekulationen entbehrten jeglicher Grundlage und seien einfach diffamierend. Aber nichts half, der Kurs kannte nur eine Richtung: abwärts.
Das ist meines Erachtens völliger Unsinn. Es verdichten sich die Anzeichen, dass interessierte Kreise aus London absichtlich Weltuntergangsparolen zur Commerzbank verbreiten, über die Gründe vermag ich nichts zu sagen. Wenn ich die Lage richtig einschätze, wird die Commerzbank nicht Pleite gehen. Dann wären aber auf jetziger Kursbasis tolle Kursgewinne möglich. Traue sich, wer mag.
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