ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2002Psychotherapie: Unverzichtbar - Innerärztliche Solidarität

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Psychotherapie: Unverzichtbar - Innerärztliche Solidarität

Dtsch Arztebl 2002; 99(44): A-2922 / B-2482 / C-2326

Bell, Karin

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LNSLNS Da die Ständige Konferenz in dieser Nachricht als bisherige Vertretung der ärztlichen Psychotherapeuten erwähnt wird, entsteht der Eindruck, die Gründung des Ärzteforums sei erforderlich geworden, weil die Ständige Konferenz „für Aufspaltung, gegen Richtlinienpsychotherapie und gegen Methodenorientiertheit“ sei. Dies ist jedoch nicht der Fall.
Die Ständige Konferenz ärztlicher psychotherapeutischer Verbände ist eine 1995 gegründete Arbeitsgemeinschaft, der inzwischen 19 Wissenschaftliche Fachgesellschaften, Berufsverbände und ärztliche Vereinigungen angehören. Die Arbeitsgemeinschaft ist offen für alle bundesweit organisierten ärztlichen Gesellschaften aus dem psychiatrisch-psychotherapeutischen und psychosomatisch-psychotherapeutischen Bereich und für Ärzte aus gemischten psychotherapeutischen Verbänden, sofern sie in ärztlichen Sektionen organisiert sind.
Die Ständige Konferenz hat sich zu einem wichtigen Ansprechpartner in Belangen der psychotherapeutisch tätigen Ärzte entwickelt. Unter den beteiligten Verbänden ist Akzeptanz und ein Bemühen um gemeinsam zu vertretende Positionen gewachsen. Die Formulierung von gemeinsamen Anliegen der Ärzte schließt die von diesen Positionen ausgehende Suche nach Gemeinsamkeiten mit den Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ein, da es zwischen den drei Berufsgruppen eine Fülle gemeinsamer Interessen gibt.
Die Bezeichnung „ärztliche und psychologische Psychotherapie“ ist begrifflich irreführend und verweist auf einen Gegensatz, der so nicht existiert. Psychotherapie „gehört“ keiner Berufsgruppe und wird nach gemeinsamen Richtlinien von beiden Berufsgruppen erbracht. Die ärztlichen Psychotherapeuten möchten jedoch über die Psychotherapie hinaus ihre ärztliche Kompetenz in der Psychiatrie, Psychosomatik und Kinder- und Jugendpsychiatrie in ihrem Leistungsspektrum abgebildet sehen . . .
Gerade in einer Zeit, in der in der öffentlichen Meinung das Bewusstsein für die psychotherapeutische Kompetenz von Ärzten zu schwinden droht, die Behandlerzahlen rückläufig sind und psychotherapeutisch tätige Ärzte innerhalb des Systems benachteiligt werden (z. B. durch die 90 %-Grenze und längere Weiterbildungszeiten), ist innerärztliche Solidarität unverzichtbar. Deswegen würden wir es begrüßen, wenn die Mitglieder des Ärzteforums nicht spalten, sondern sich an der gemeinsamen Arbeit beteiligen würden.
Karin Bell, Ständige Konferenz Ärztlicher Psychotherapeutischer Verbände, Brücker Mauspfad 601, 51109 Köln
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