ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2002Endoskopie: K.-o.-Katalog überdenken
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LNSLNS . . . Zorniger Hohn kommt bei mir vor allem auf, wenn ich an den 1. Januar 2003 denke, an dem der unsinnige und durch kein rationales Argument zu erklärende so genannte K.-o.-Katalog für uns Generalisten-Internisten (wir dürfen uns jetzt hausärztlich tätige Internisten schimpfen) zum Tragen kommt. Ganz ohne Frage werden dann erhebliche Untersuchungsplätze abgebaut, was ja wohl der Intention der Früherkennung koloraktaler Karzinome diametral entgegenläuft. Das Argument so manch arrogant argumentierender Gastroenterologenfunktionäre, wir hätten uns ja schließlich als „fachärztliche Internisten“ (sind und bleiben wir das nicht ohnehin immer?) deklarieren können, sticht zumindest für auf dem Lande Tätige wie mich und viele andere nicht. Unsere Untersuchungsfallzahl ist dazu nicht so hoch (aber auch nicht so niedrig – wie immer wieder argumentiert wird, dass wir es verlernt haben könnten), dass wir wirtschaftlich ohne die so genannte hausärztliche Betätigung überleben könnten. Es ist zynisch, wenn diese Kreise behaupten, wir hätten uns schließlich nur „die Rosinen herausgepickt“. Dass es uns vor allem auch um ethische Gesichtspunkte der guten Versorgung der Bevölkerung in ländlichen Strukturen geht – eben auch Früherkennung kolorektaler Karzinome –, scheint diese vorwiegend nur wirtschaftlich Denkenden wenig zu berühren. Bei uns laufen eben die Geräte nicht, weil sie da sind, sondern dann, wenn sie gebraucht werden.
Liebes Ärzteblatt, verwenden Sie sich dafür, gerade im Sinne des oben angeführten Themas, die Diskussion über die Abschaffung des K.-o.-Katalogs neu anzufachen, wenn Sie mit solchen Artikeln glaubhaft sein wollen. Ansonsten können noch so viele Arbeiten darüber erscheinen, es werden weniger Untersuchungen in ländlichen Bereichen erfolgen, oder diese werden unter stationären Bedingungen durchgeführt, was die Angelegenheit wohl viel teurer macht. Aber globales Denken ist nicht Sache unserer KV, Hauptsache, die Schachtel „ambulante Kosten“ stimmt, und das dürfte ja dann durch weniger Untersuchungen gefördert werden.
Dr. Hans Bolland, Rosenheimer Straße 23, 83098 Brannenburg
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