ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2002Vergangenheit: Starker Tobak

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Vergangenheit: Starker Tobak

Dtsch Arztebl 2002; 99(44): A-2924 / B-2484 / C-2327

Mutter, Karl Albert

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LNSLNS Haeckel und Darwin, verdienstvolle Forscher, als geistige Wegbereiter der Euthanasie des Nationalsozialismus? Tötung auf Verlangen, Präimplantationsdiagnostik als bedauerlicher Atem der Eugenik, der ins 21. Jahrhundert weht? Starker Tobak, der von dem Vortragenden präsentiert wird. Schnell wird der innere Zusammenhang und der rote Faden deutlich, dem der Hass des Vortragenden gilt, und der diese Punkte verbindet, es ist die Frage: Wie lässt sich menschliches Leid verhindern und ein möglichst selbstbestimmtes und würdiges Leben führen? Keine andere Frage liegt dem Arztberuf zugrunde. Gerade die Präimplantationsdiagnostik kann wie keine andere Methode zukünftiges Leid erkennen und bietet dadurch die Möglichkeit, es zu verhindern. Durch die Kontamination mit dem Faschismus sollen Haeckel und Darwin in den Schmutz gezogen und eine bitter notwendige Diskussion abgewürgt werden. Der Faschismus war ein originärer Gegner eines solchen Programms, das eine Minimierung des irdischen Jammertals für die Mehrheit vorsah. Und wenn schon nach geistigen Wegbereitern gesucht wird, sind sie in den Reihen derer zu finden, die auch heute gegen die Präimplantationsdiagnostik vorgehen. An erster Stelle ist die katholische Kirche zu nennen, deren Judenhass von Hitler übernommen wurde und wahrscheinlich ihn an vergossenem Blut immer noch übertrifft. Das Hitler-Konkordat, das den Kirchen den Religionsunterricht an den Schulen und die staatliche Einziehung der Kirchensteuer garantiert, heute immerhin 15 Milliarden DM jährlich, wurde von der Bundesrepublik nahtlos übernommen, ist heute noch gültig und war der Lohn für die weltweit erste staatliche Anerkennung des Faschismus durch den Vatikan.
Dr. Karl Albert Mutter, Am Waldpark 29, 63071 Offenbach
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