ArchivDeutsches Ärzteblatt41/1996Empfehlungen für die Behandlung von Patienten mit Insulin lispro

POLITIK: Medizinreport

Empfehlungen für die Behandlung von Patienten mit Insulin lispro

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LNSLNS l Die Schulung des Patienten und seine Betreuung durch einen diabeteserfahrenen Arzt bzw. ein qualifiziertes Diabetesteam bleiben die Grundvoraussetzungen auch bei Behandlung des insulinbedürftigen Diabetikers mit Insulin lispro. Bei Umstellung auf Insulin lispro muß der bisherige Therapieplan geändert werden. Insulin lispro wird in der Regel direkt vor dem Essen gespritzt. Der Basisbedarf muß durch mindestens zwei Injektionen eines mittellang wirksamen Insulins abgedeckt werden.
l Insulin lispro kann bei Patienten mit diabetischer Gastroparese verstärkt zu postprandialen Hypoglykämien führen und sollte dann, wenn überhaupt, erst nach dem Essen gespritzt werden.
l Im Gegensatz zu Normalinsulin ist Insulin lispro auch mit zinkverzögerten Insulinen mischbar.
l Unter Insulin lispro kann bei der Therapie des Typ-1-Diabetes eventuell auf Zwischenmahlzeiten verzichtet werden. Individuell ist aber zu prüfen, ob der Patient für gewünschte Zwischenmahlzeiten zusätzlich Insulin lispro spritzen muß.
l Insulin lispro sollte nur in Pens verabreicht werden. Da Humalog® nur als U-100-Insulin verfügbar ist, könnte es sonst zu Fehldosierungen infolge einer Verwechslung mit dem niedriger konzentrierten und in Insulinspritzen verabreichten U-40-Insulin kommen.
l Bei Patienten mit Insulinpumpen ist zu beachten, daß bei Anwendung von Insulin lispro die postprandialen Blutzuckeranstiege gebessert zu werden scheinen, daß aber ein plötzlicher Pumpendefekt rascher zu einer Stoffwechselentgleisung führen kann als bei Therapie mit Normalinsulin.

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