ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2002Basalunterstützte orale Therapie: Besserer Übergang zur Insulintherapie

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Basalunterstützte orale Therapie: Besserer Übergang zur Insulintherapie

Hoc, Siegfried

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LNSLNS Mit der „Basalunterstützten Oralen Therapie“ (B.O.T.) ist ein Therapieprinzip verwirklicht, das eine bessere Stoffwechseleinstellung der Typ-2-Diabetiker ermöglicht. Mit der zusätzlich zur oralen antidiabetischen Medikation einmal täglichen Injektion eines 24-Stunden-Basalinsulins werde die psychologische Hürde zum Insulin verkleinert und vielen Patienten früher zu besseren Blutglucose-Werten verholfen, sagte Prof. Eberhard Standl (München).
In der Regel beginnen Typ- 2-Diabetiker die Behandlung mit Ernährungsumstellung und oralen Antidiabetika. Die allmählich zunehmende Insulinresistenz und nachlassende Insulinsekretion erfordern nach einiger Zeit, die orale Monotherapie auf eine orale Kombinationstherapie auszuweiten oder auf eine Kombinationstherapie aus oralem Antidiabetikum plus Insulin überzugehen. Am Ende dieser Entwicklung steht die alleinige Insulintherapie.
Beim Übergang auf Insulin besteht für viele Patienten eine psychologische Barriere; sie wollen auf keinen Fall „spritzen“. Angst vor sozialer Stigmatisierung sei eine Hauptursache, erklärte Prof. Thomas Haak (Bad Mergentheim), denn wer spritzt, ist schwer krank. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die psychologische Barriere durch gute Information der Patienten im ärztlichen Gespräch leicht zu durchbrechen ist.
Immer dann, wenn sich durch orale Antidiabetika kein normaler Nüchternblutzucker-Wert mehr einstellen lässt, gibt es eine pathophysiologische Grundlage für eine Kombinationstherapie durch die zusätzliche Applikation eines Verzögerungsinsulins zur Nacht. Auch dann, wenn der Diabetiker Begleiterkrankungen aufweist und täglich mehrere Medikamente einnehmen muss, wie Lipidsenker, Thrombozytenaggregationshemmer, Antihypertensiva und Arzneimittel zur Behandlung einer koronaren Herzkrankheit, ist eine Umstellung auf Insulin sinnvoll. Denn wenn zehn oder mehr Tabletten pro Tag eingenommen werden, ist ein weiteres orales Antidiabetikum in Hinblick auf die Compliance sicher keine gute Lösung.
In aktuellen Studien wurde gezeigt, dass mit dem Basalinsulinanalogon Glargin (Lantus®) mehr Patienten das Therapieziel von einem HbA1c-Langzeitwert unter sieben Prozent erreichen, ohne in eine Hypoglykämie zu geraten, wie es beim häufig eingesetzten NPH-Basalinsulin oft geschieht. Eigene Ergebnisse zeigten, dass mit einer Tablette Glimepirid (Amaryl®) am Tag und einer Injektion Lantus – morgens oder abends injiziert – gute HbA1c-Werte von 7,2 Prozent erreicht würden, so Standl.
Mit dieser Basalinsulin-unterstützten oralen Therapie konnte mit Lantus aufgrund seiner 24-Stunden-Wirkung das Blutzucker-Tagesprofil nahezu normalisiert werden. Dabei wurde der HbA1c-Wert bei den Patienten, die Lantus am Morgen injizierten, um 0,4 Prozent stärker gesenkt als bei denen, die NPH-Basalinsulin am Abend spritzten.
In seiner diabetologischen Schwerpunktpraxis analysierte Dr. Klaus-Jürgen Ruhnau (Berlin) retrospektiv, ob es für die Kombination Amaryl und Lantus den „typischen“ Patienten gibt. Es zeigte sich, dass durch den indikationsgerechten Einsatz der Kombination alle 244 Typ-2-Diabetiker davon profitiert hatten. Ruhnau bezeichnete die B.O.T. mit den beiden Wirkstoffen als patientenfreundlich und kostengünstig und als einfache und wirkungsvolle Strategie des Einstiegs in die Insulintherapie. Siegfried Hoc

Presseveranstaltung der Aventis Pharma Deutschland „B.O.T. – Basalunterstützte Orale Therapie beim Typ-2-Diabetiker“ in Baden-Baden
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