ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2002EU-Arzneimittelrecht: Werbeverbot bleibt bestehen

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EU-Arzneimittelrecht: Werbeverbot bleibt bestehen

Dtsch Arztebl 2002; 99(45): A-2973 / B-2517 / C-2361

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LNSLNS Europaparlament stimmt Richtlinienentwurf grundsätzlich zu.

Die Zulassung neuer Medikamente soll in der Europäischen Union künftig vereinheitlicht und damit beschleunigt werden. Einem entsprechenden Richtlinienentwurf stimmte das Europaparlament Ende Oktober in erster Lesung grundsätzlich zu. Die Parlamentarier lehnten jedoch mehrere Vorschläge der EU-Kommission ab, darunter die geplante Lockerung des Werbeverbots für verschreibungspflichtige Medikamente. Die Kommission wollte Pharmaherstellern erlauben, in einem „Pilotprojekt“ über Medikamente gegen Diabetes, Aids und Asthma zu „informieren“.
Streit gab es auch über den Zeitpunkt der Marktzulassung von Generika, die bislang europaweit uneinheitlich geregelt ist. Nach dem Willen des Parlaments sollen diese nun zehn Jahre nach dem Originalpräparat auf den Markt kommen dürfen. Grundsätzlich sollen neuartige Medikamente künftig zentral für die ganze EU durch die 1995 gegründete EU-Arzneimittelagentur in London zugelassen werden.
Schließlich forderte das Parlament striktere Regeln für die Beziehungen der Pharmaindustrie zur Ärzteschaft. So sollen Firmen Einladungen und Bewirtungen künftig nur dann als Repräsentationsaufwand abschreiben dürfen, wenn sie deren „wissenschaftlichen Hauptzweck“ belegen können.
Das Europaparlament hat bei gesundheitspolitischen Regelungen ein Mitspracherecht. Parlament und der Rat der Ge­sund­heits­mi­nis­ter müssen sich somit auf eine gemeinsame Linie einigen.
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