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Nachgefragt

Dtsch Arztebl 2002; 99(45): A-2984 / B-2526 / C-2369

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Peter Sauermann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedungungen der Arzthelferinnen (AAA) Foto: Bernhard Eifrig
Peter Sauermann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedungungen der Arzthelferinnen (AAA) Foto: Bernhard Eifrig
DÄ: Was sind die Beweggründe für diese Kraftanstrengung der AAA, eine eigenständi-ge Versorgungseinrichtung zu etablieren?
Sauermann: Seitens der AAA gibt es schon länger Überlegungen, Gehaltserhöhungen für Arzthelferinnen zumindest teilweise durch zusätzliche Möglichkeiten für die betriebliche Altersversorgung zu flankieren. Die neuen gesetzlichen Vorgaben des Altersvermögensgesetzes und des Betriebsrentengesetzes haben hierfür neue Bedingungen geschaffen. Uns war wichtig, dass für die Ärzte keine zusätzlichen Kosten entstehen. Das Ergebnis ist eine rein arbeitnehmerfinanzierte Entgeltumwandlung, die aus den bisher für vermögenswirksame Leistungen vorgesehenen Beträgen gespeist werden soll. Allerdings ist die AAA der Auffassung, dass die Ärzte die bei einer direkten Entgeltumwandlung eingesparten Sozialversicherungsanteile – zumindest bis zum Jahre 2008 – freiwillig dazu geben sollen. Dieser freiwillige Obolus beträgt bei 30 Euro Sparleistung monatlich 6 Euro.

DÄ: Warum legt der Tarifvertrag als alleinige Umsetzungsform die Pensionskassenlösung fest?
Sauermann: Die Pensionskasse bietet von den fünf zur Verfügung stehenden Durchführungswegen für die betriebliche Altersversorgung den kostengünstigsten Weg für den ärztlichen Arbeitgeber und die sicherste Form für die Arzthelferin. Für den Arbeitgeber fallen zum Beispiel keine Beiträge zur Insolvenzsicherung an. Ebenso wichtig: Die Arbeitgeberbeiträge sind unter bestimmten Bedingungen steuerfrei.

DÄ: Wieso empfehlen Sie den Ärzten die Deutsche Ärzteversicherung als Anbieter der betrieblichen Altersversorgung?
Sauermann: In den Beratungen der Tarifpartner wurde schnell klar, dass eine Branchenlösung für alle Beschäftigten in Arztpraxen entscheidende Vorteile hat: Für den Arbeitgeber wird der Aufwand an Verwaltung/Organisation auf das absolute gesetzliche Minimum reduziert, und für die Arzthelferin ergeben sich aufgrund des großen Versichertenkollektivs (750 000 potenzielle „Kunden“) hohe Renditevorteile bei gleichzeitiger Kosten-Minimierung. Nach diesem Prinzip arbeiten ja auch die Versorgungswerke der Ärzte. Den Vertragspartner haben wir durch ein Ausschreibungs- und Auswahlverfahren mithilfe eines renommierten Beraters in der Deutschen Ärzteversicherung und der Apobank gefunden. Sie bieten nicht nur ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für alle steuerlichen Formen der betrieblichen Altersversorgung, sondern ein eingespieltes und auf die Spezifika der Ärzte ausgerichtetes Logistik- und Beratungsnetz, mit dem die betriebliche Altersversorgung möglichst rasch flächendeckend aufgebaut werden kann.

DÄ: Was muss der Arzt bei der betrieblichen Altersversorgung machen?
Sauermann: Nicht viel. Realisiert eine Arzthelferin ihren gesetzlichen Anspruch auf betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung, kann der Arzt direkt auf unser Angebot zugreifen, das Vergleiche mit anderen Produkten, die durchaus gezogen werden sollen, nicht zu scheuen braucht. Er schließt mit seiner Mitarbeiterin eine schriftliche Entgeltumwandlungsvereinbarung ab und meldet sie bei der Pensionskasse an, bei der er Mitglied werden muss. Die individuelle Beratung übernimmt die Deutsche Ärzteversicherung. Der vereinbarte Betrag ist dann gegebenenfalls direkt vom Gehalt an die Vorsorgeeinrichtung abzuführen. Im Folgenden hat der ärztliche Arbeitgeber lediglich An- und Abmeldungen vorzunehmen und das Informationsmaterial der Versicherung an seine Mitarbeiterin weiterzuleiten.
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