ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2002Politik: Harte Maßnahmen erforderlich
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS . . . Die Spitzen unserer Interessenvertretungen müssen dringend die Konsenshudelei in den entsprechenden Gremien aufgeben. Auch in der Demokratie, deren Basis ja die Suche nach Kompromissen in der Weiterentwicklung der Gesellschaft darstellt, kann man nicht permanent auf die im Gesundheitswesen tätigen Berufsgruppen einschlagen, ohne dass das gesamte System in die Knie geht.
Auch der Marburger Bund, dessen Mitglied ich seit 1973 bin, rührt vor lauter Konsensgehabe nur noch in lauwarmer Suppe. Es wird allerhöchste Zeit, dass sich die Beschäftigten im Gesundheitswesen endlich gegen die menschenverachtenden Arbeitsbedingungen mit anderen Mitteln wehren. Kompromisse zu schließen ist richtig und notwendig, wir haben aber längst das Stadium der Diktatur der nur noch ökonomischen Betrachtungsweise erreicht, und das Engagement der in den Gesundheitsberufen Tätigen wird mit Füßen getreten. Wie soll bei dem bestehenden extremen Personalmangel und bei den inhumanen Arbeitsbedingungen noch eine effiziente medizinische Versorgung unserer Bevölkerung aufrechterhalten werden?
Ein System nahezu totzuschlagen und sich dann zu wundern, dass es seine Aufgaben nur noch mehr schlecht als recht überhaupt erfüllen kann, kann als Ergebnis von Gesundheitspolitik unter keinen Umständen weiter akzeptiert werden. Dem Artikel von Kollege Hoppe entnehme ich, dass auch unsere Verbandsspitzen erkannt haben, dass der Patient Gesundheitswesen zwangsbeatmet auf der Intensivstation liegt. Wie für unsere „richtigen“ Patienten gilt es, alle Kraft für die Gesundung des Patienten „Gesundheitswesen“ einzusetzen, sind dafür auch manchmal harte Maßnahmen erforderlich. Der andere Weg wäre der Kühlkeller – wollen wir das?
Dr. R. Blackstein, Krankenhaus Maria-Hilf Warstein, Chirurgische Abteilung, Hospitalstraße 3–7, 59581 Warstein
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema