ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2002Off label: Warten auf Regress

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Off label: Warten auf Regress

Dtsch Arztebl 2002; 99(45): A-2999 / B-2539 / C-2381

Hachenberg, Klaus

Zur Ablehnung der Kostenübernahme für Arzneimittel durch Mitarbeiter der MDK:
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LNSLNS Zur Förderung des kassenverträglichen Frühablebens von Patienten erreichen uns in letzter Zeit zunehmend standardisierte Ablehnungsbescheide eines Off-label-Gebrauchs von Medikamenten durch den MDK. Zuletzt erhielten wir auf Anfrage bezüglich einer Imurekbehandlung bei Myasthenie als Antwort, dass a) die beantragte Medikation als Therapiestandard (!) und b) die Möglichkeit krisenhafter, lebensgefährdender Verschlechterungen bei Absetzen der Medikation anerkannt wurde, und c) ungeachtet dessen (!) die Kostenübernahme abgelehnt wurde, da keine Medikamentenzulassung vorliegt. Das Beispiel mag besonders menschenverachtend sein, die gebetsmühlenartigen Ablehnungsbescheide führen aber dazu, dass unter Kollegen eher darüber diskutiert wird, welche Fehldiagnosen in der Dokumentation zumutbar sind, was die Therapie rechtlich absichert (bei essenziellem Tremor wäre das z. B. Hypertonie, Epilepsie und Schizophrenie). Diese Perversion findet ihre Grenzen bei psychisch Kranken. Dann ist das juristisch empfohlene Verfahren (Verordnung auf Privatrezept) eine zusätzliche Belastung und nicht möglich. Eine adäquate Therapie bedeutet Warten auf den Regress.
Dr. med. Klaus Hachenberg, Strengerstraße 16–18, 33249 Gütersloh
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