ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2002Gesundheitswesen: Gesamtzusammenhänge benennen
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LNSLNS Details der „prinzipiell unstandardisierbaren Situationen“ in der Arzt-Patient-Interaktion (Kritik der Kritik) kann man benennen: Im Zusammenwirken mit dem Patienten werden Vorgänge aus dessen Lebenszusammenhang herausgegriffen. Der Zusammenhang wird unter neue Bedingungen gestellt: neue Medikation oder der neu eingeführten Beachtung bestimmter Verhaltensregeln. Neue Bedingungen, veränderter Gesamtzusammenhang.
Der gemeinschaftlich von Patient, peer group und Arzt getragene Objektivierungsprozess muss stets Gesamtzusammenhänge adressieren: Entscheidungsrelevante Themen, bevorzugt genutzte Metaphern etc. müssen berücksichtigt werden. Breites Adressieren empirischer Zusammenhänge unterscheidet das Vorgehen des Arztes von dem des Wissenschaftlers. Besseres Zusammenführen und Adressieren relevanter Themen, höherer Behandlungserfolg – ganz einfach.
Übergehen der Konvergenz-Divergenz-Instanz „Arzt“ schaltet die Zusammenführung subjektbezogener und objektivierter Thematisierungen aus oder schwächt sie. „Der direkte Durchgriff von Wissenschaftlern auf die Eliten des politischen Systems“ hat darin und dann seine Abträglichkeit, dass und wenn diese übergangslos in die Arzt-Patient-Interaktion eingreifen. Die wirklichkeitsnahe Gewichtung empirisch relevanter Kontextanteile wird verzerrt, die Ergebnisqualität der Arzt-Patient-Interaktion verschlechtert.
Literatur beim Verfasser
Dr. Dr. med. Thomas Fröhlich, In den Brunnenwiesen 4, 69245 Bammental

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