ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2002Arzt und Forscher – Lehrer der Heilkunst

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Arzt und Forscher – Lehrer der Heilkunst

Dtsch Arztebl 2002; 99(45): A-3005 / B-2328 / C-2121

Kluge, Friedrich

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Friedrich Kluge: Adolf Kußmaul (1822–1902). Arzt und Forscher – Lehrer der Heilkunst. Rombach Verlag, Freiburg im Breisgau, 2002, 544 Seiten, gebunden, 32 €
„Der Geist des reglementierenden Formalismus, der durch paragraphierte Verordnungen alle Schäden aus der Welt bringen will, ist in Deutschland übermächtig geworden.“ Ein solcher Stoßseufzer aus dem Mund eines Arztes klingt sehr aktuell, doch handelt es sich um eine Einsicht, zu welcher der berühmte Kliniker Adolf Kußmaul (1822–1902) bereits vor gut 130 Jahren gelangte, als er einen auch heute noch bedenkenswerten Vorschlag zur Neuordnung der ärztlichen Prüfungsordnung machte. Doch der in Freiburg/Breisgau und später in Straßburg lehrende Kußmaul verdankt seinen Nachruhm nicht nur einem pragmatisch orientierten Reformeifer, sondern vor allem seinen bahnbrechenden Entdeckungen auf dem Gebiet der Inneren Medizin.
Nicht nur als glänzender Diagnostiker machte sich Kußmaul einen Namen, wie die soeben erschienene Biografie umfassend darlegt. Er führte die Magenpumpe in die Therapie der Erkrankungen des Magens ein. Auch die Erstanwendung der Spiegelung von Speiseröhre und Magen wird ihm, wie Friedrich Kluge im Detail nachweist, mit Fug und Recht zugeschrieben. Was Rudolf Virchow für die Pathologie war, das leistete Adolf Kußmaul für die Innere Medizin, als deren Nestor er im In- und Ausland gefeiert wurde.
Diese sorgfältig recherchierte, gut lesbare Biografie aus der Feder eines Gastroenterologen sei jedem empfohlen, der sich für diese Arztpersönlichkeit interessiert. Robert Jütte
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