ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: Praxis Computer 6/2002Medica 2002 – Telematik im Gesundheitswesen: Fortschritt durch integrierte Lösungen

SUPPLEMENT: Praxis Computer

Medica 2002 – Telematik im Gesundheitswesen: Fortschritt durch integrierte Lösungen

Dtsch Arztebl 2002; 99(45): [5]

Krüger-Brand, Heike E.

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Auf der Medica ist das gesamte Spektrum medizinischer Produkte und Services aus den Bereichen der ambulanten und stationären Versorgung zu sehen. Die Kommunikation zwischen beiden Sektoren schreitet voran. Ein großer Bereich der Messe widmet sich daher der Telemedizin und übergreifenden Themen der Krankenhaus- und Praxis-EDV.
Telematikanwendungen im Gesundheitswesen haben Hochkonjunktur, weil man sich von ihrem Einsatz viel verspricht: Wirtschaftlichkeit und Leistungstransparenz sollen gesteigert, die Arbeitsprozesse optimiert und Steuerungsinformationen bereitgestellt werden. Doch bis diese Erwartungen in Erfüllung gehen, bleibt noch einiges zu tun. So muss vor allem eine geeignete Tele­ma­tik­infra­struk­tur entwickelt werden, um die elektronische Kommunikation auf sämtlichen Ebenen und zwischen allen Beteiligten zu verbessern oder überhaupt erst zu ermöglichen. Mit Projekten zur elektronischen Gesundheitskarte, zum elektronischen Rezept und zum elektronischen Arztbrief sind die ersten Schritte hinsichtlich einer sektorenübergreifenden elektronischen Kommunikation getan. Lösungsansätze hierzu sind auf der Messe vertreten.
Darüber hinaus geht es im Bereich Gesundheitstelematik um Werkzeuge zur qualitätsgesicherten Information von Arzt, Patient und medizinischem Fachpersonal, um Methoden der computergestützten Diagnose und Datenverarbeitung und um Fragen des
E-Health-Managements. Weitere Themen sind die computergestützte Chirurgie und die Weiterentwicklung der bildverarbeitenden Systeme. Wie schon im letzten Jahr werden neue Entwicklungen im Bereich medizinspezifischer Soft- und Hardware für mobile Systeme vorgestellt. Nicht nur das Angebot an unterschiedlich leistungs- und funktionsfähigen Geräten wächst, sondern auch das Angebot an Medizinsoftware für Handhelds, denn die mobilen Rechner ermöglichen den Datenzugriff genau dort, wo er benötigt wird – am Krankenbett, beim Hausbesuch, im Notfalldienst (siehe Seite 20).
Wesentliche Anwendungsbereiche der mobilen Datenübertragung sind das Monitoring chronisch Kranker, die Überwachung von Hochrisikopatienten (siehe auch Seite 28) und die Datenübertragung im Notarztbereich. Beispiel „MobiHealth“: In dem Projekt soll ein mobiles Body Area Network (siehe auch PC 3/02) entwickelt werden, das in einem Mobilfunknetz hoher Bandbreite für Überwachungs- und Notfallzwecke eingesetzt werden kann. Dabei werden Vitalparameter eines Patienten, wie zum Beispiel Blutdruck, Herzfrequenz und EKG, von tragbaren Messgeräten ermittelt und per Funk und Bluetooth an eine Basiseinheit (Handy, Organizer) übertragen. Von dort werden die Daten über ein Mobilfunknetz an den Rechner eines Arztes oder eines Servicezentrums übermittelt. Erstmals soll ein System entstehen, das in GPRS- oder
UMTS-Netzen eingesetzt werden kann, sodass auch größere Datenmengen – beispielsweise Bilder oder Videos von Notfallpatienten – übertragen werden können. Zusätzlich ermöglichen breitbandige Netze auch die Einrichtung mobiler Standleitungen, über die der Anwender Daten übertragen kann, ohne sich jeweils neu einwählen zu müssen.
In Deutschland sollen ab Frühjahr 2003 Herzinsuffizienzpatienten über den Gesundheitsdiensteanbieter Gesundheitscout24 und kooperierende Kardiologen überwacht werden. Auch Patienten mit obstruktiven Atemwegserkrankungen sind eine Zielgruppe für dieses Behandlungsmanagement. Geplant sind darüber hinaus Tests zur Überwachung der Herztöne des Kindes bei Hochrisikoschwangerschaften sowie die Übertragung von Körperdaten und Videoaufnahmen aus dem Rettungswagen in das nächstgelegene Krankenhaus.
Zukunftsträchtig ist auch das Thema „Biochips“ als Schlüssel zur Diagnose und Therapie von Erkrankungen. Mit den rund ein Quadratzentimeter großen Silizium-, Glas- oder Plastikplättchen, auf denen eine große Anzahl Gen- oder Proteinsonden aufgebracht ist, wollen Forscher Krebsarten künftig genauer identifizieren und die Erkrankung des einzelnen Patienten besser als bisher bestimmen können. Dies ist auch ein Ansatz, um für die jeweilige Krebvariante spezifisch wirksame Medikamente zu entwickeln. Die Veranstaltung „Mit Biochips gegen den Krebs“ (21. November, 14.30 bis 17.30 Uhr) gibt einen komprimierten Einblick in das Forschungsgebiet.
Medica Media
Auf der „Medica Media – Medizinische Informationssysteme und Telemedizin“ kann sich der Besucher über innovative Lösungen und Trends der Gesundheitstelematik informieren. So stellen im Bereich „Sonderpräsentationen“ mehr als 30 Forschungseinrichtungen ihre neuesten Projekte vor. Ein wichtiges Thema ist hier die ärztliche Fortbildung mit neuen Medien.
Im „Anwenderforum“ demonstrieren Forschung und Industrie Einsatzmöglichkeiten der Telemedizin „live“ auf einer Videowand. Schwerpunkte sind die Mobilkommunikation, Bildverarbeitung und Telemonitoring. Das Workshop-Programm bietet Besuchern die Gelegenheit, sich fachübergreifend und anwendungsbezogen mit aktuellen Telematikthemen auseinanderzusetzen. Im Blickpunkt stehen die europäische Forschungsförderung 2002 bis 2006, XML, Rechtsfragen und Datenschutz, Telematikplattformen und vertrauenswürdige Informationen im Internet.
Im Rahmen der Reihe „Meet the Expert“ können Besucher Experten zum Thema „Brustkrebs: Diagnose, Therapie und Einsatzmöglichkeiten der Telemedizin“ befragen und Anwendungsmöglichkeiten kennen lernen.
Zusätzlich wird die „Virtual Faculty of Medicine“ an der Universität Heidelberg vorgestellt sowie der „Dr. Wolfgang Heilmann Preis“ der Integrata-Stiftung für die humane Nutzung der Informationstechnologie verliehen. Heike E. Krüger-Brand

Medica-Informationen
- Medica-Kompass mit dem Ausstellerverzeichnis der Praxis-EDV-Anbieter, Seite 11
- Produktinformationen und Ausstellungsschwerpunkte aus der Informations- und Kommunikationstechnologie, Seite 6
- Informationen unter www.medica.de im Internet. Dort steht auch das Programm zur „Medica Media“ als PDF-Datei zur Verfügung.
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