ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2002Psychiatrie der Lebensabschnitte
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Psychiatrie
Datenfülle
Hans Georg Zapotoczky, Peter Kurt Fischhof (Hrsg.): Psychiatrie der Lebensabschnitte. Ein Kompendium. Springer-Verlag, Wien, New York, 2002, XIX, 560 Seiten, 29 teils farbige Abbildungen, gebunden, 98 €
„Jede seelische Krankheit erfährt ihre Modifikation durch das Entwicklungsalter“, schreiben die Herausgeber in ihrer Einführung und umreißen damit das Ziel des mit 23 Kapiteln aufwendig gestalteten Kompendiums, zu dem 26 Autoren beigetragen haben.
Nach einem Überblick über allgemeine psychopathologische Aspekte werden das Eintrittsalter und unterschiedliche altersabhängige Ausprägungen für wichtige Krankheitsbilder ebenso beschrieben wie Fähigkeiten, Verhaltensweisen und affektive Reaktionsweisen in Schulalter, Pubertät und Adoleszenz sowie in der Lebensmitte. Ein zweiter Abschnitt widmet sich spezifischen psychiatrischen Störungen im Licht verschiedener Lebensepochen, gefolgt von Besonderheiten der psychiatrischen Diagnostik in verschiedenen Entwicklungsphasen und lebensalterspezifischen Besonderheiten der psychiatrischen Therapie.
Das ehrgeizige Projekt trägt zahlreiche Literaturquellen aus epidemiologischen, physio- und psychopathologischen, psychotherapeutischen und psychopharmakologischen Studien zusammen, erliegt dabei jedoch der Faszination der Fülle. Leser, die bereits Experten sind, mögen sich zurechtfinden, wer sich jedoch neu in die Materie einzuarbeiten versucht, wird von der Datenfülle erschlagen und die Heterogenität der zusammengetragenen Konzepte nur schwer einordnen können. So vermischen sich in den dargestellten Pathologien somatische, kognitive und psychodynamische Ansätze zu einer wenig transparenten Synopse, während gerade im Hinblick auf die erwartbaren altersspezifischen, therapeutischen Ansätze wenig mehr als Allgemeinplätze angeboten werden (können?).
Fazit: Ein ambitioniertes Ziel wurde nicht erreicht. Karin Bell
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