ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2002Geschichte der Hirnforschung

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Geschichte der Hirnforschung

Dtsch Arztebl 2002; 99(45): A-3008

Oeser, Erhard

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Medizingeschichte
Von der Antike bis zur Gegenwart
Erhard Oeser: Geschichte der Hirnforschung. Von der Antike bis zur Gegenwart. Primus Verlag, Darmstadt, 2002, 288 Seiten, kartoniert, 24,80 €
Der Autor fühlt sich den modernen Neurowissenschaften verpflichtet: Wie er im Vorwort schreibt, seien deren meisten Vertreter überzeugt, „dass die Befassung mit der mehr als zweitausendjährigen Geschichte dieser faszinierenden Wissenschaft für das Verständnis und die Bewertung ihres gegenwärtigen Forschungsstands unerlässlich ist“. In einem historischen Bogen stellt er die wichtigsten Konzepte der Hirnforschung in den jeweiligen Epochen vor: von Schädelkult und Trepanation in der Vorgeschichte, den Anfängen der Hirnforschung in der Antike, den Spekulationen zum „Sitz der Seele“ in Mittelalter und Renaissance, über die frühneuzeitliche (experimentelle) Hirnforschung und die darauf aufbauende Erforschung der Architektur und Mechanik des Gehirns im 19. Jahrhundert, bis hin zur Neurowissenschaft im 20. Jahrhundert. Die Wende zur modernen naturwissenschaftlichen Hirnforschung im 19. Jahrhundert – vor allem die unterschiedlichen Lokalisationstheorien von Franz Joseph Gall bis Paul Flechsig – bildet einen besonderen Schwerpunkt. Leider hat der Autor das Thema „Bauchseele“ beziehungsweise „Bauchgehirn“ (Cerebrum abdominale) ausgeblendet, jenen merkwürdigen Gegenspieler des Gehirns im „Hypochondrium“, der dieses auf dem Weg der „Sympathie“ – dieser Zentralbegriff der vormodernen (Neuro-)Physiologie fehlt im Register – nach traditioneller Auffassung affizieren und stören kann.
Gleichwohl ist ein sehr verdienstvolles und gut verständliches Lesebuch entstanden, das als Kompendium – nicht zuletzt für die heutigen Neurowissenschaftler – informativ, anregend und nützlich sein wird! Heinz Schott
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