ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSPraxis Computer 6/2002O2 XDA, Nokia Communicator 9210i, SonyEricsson T68i: Mobile Alleskönner

Supplement: Praxis Computer

O2 XDA, Nokia Communicator 9210i, SonyEricsson T68i: Mobile Alleskönner

Dtsch Arztebl 2002; 99(45): [12]

Krüger-Brand, Heike E.; Schmedt, Michael

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LNSLNS Handheld-Computertechnologie und Mobiltelefonie wachsen zusammen und geben Einblicke in die kommunikative Welt von morgen. Die „echten“ Killerapplikationen sind jedoch noch nicht in Sicht.
Die Modell- und Funktionsvielfalt der mobilen Geräte wächst. Das Handy hat sich längst als allgemeines Kommunikationsmedium in Freizeit und Beruf durchgesetzt, wohingegen der Organizer oder Personal Digital Assistant (PDA) bislang fast ausschließlich auf berufliche Anwendungsbereiche beschränkt blieb. PDAs übernehmen dort die Organisation von Terminen und Adressen, enthalten Notizfunktionen und abgespeckte Office-Softwarelösungen. Die Vorteile: Die PDA-Daten lassen sich mit dem PC synchronisieren. Darüber hinaus kann sich der PDA-Anwender über entsprechende Zusatzteile auch ins Internet oder ins firmeneigene Intranet einwählen.
Über einen langen Zeitraum war das Betriebssystem Palm-OS mit einer Vielzahl von Programmen unangefochten Marktführer, doch seit Anfang 2002 werden Geräte mit dem von Microsoft entwickelten Betriebssystem Pocket PC (früher Windows CE), das auf Windows-Basis arbeitet, immer beliebter. Mit der Pocket PC 2002 Phone Edition lassen sich Handhelds und PDAs zu Mobiltelefonen erweitern, sodass der Anwender beispielsweise aus einem Outlook-Adressbucheintrag direkt eine Rufnummer anwählen kann.
Im Gegenzug versuchen die Handy-Hersteller, mit der Entwicklung von Smartphones den kommunikativen PDAs Paroli zu bieten. Immer mehr Modelle sind auf dem Markt, die Handy-Funktionen und PDA-Eigenschaften miteinander verschmelzen und die mit Farbdisplays und schnellen Übertragungstechniken ausgestattet sind. Gleichzeitig wächst die Zahl der Internet- und WAP-Angebote, die speziell auf die kleinen Displays der Geräte zugeschnitten sind.
Von standortbezogenen lokalen Diensten (Location Based Services) erwarten Experten darüber hinaus einen neuen Handyboom. Dass dennoch ein Mangel an geeigneter Anwendungssoftware besteht, zeigt ein Aufruf von Sony Ericsson im Internet, der Entwickler weltweit dazu auffordert, die „Killerapplikation“ für das P800 Smartphone, das demnächst auf den Markt kommen soll, zu schaffen.
Der O2 XDA ermöglicht Local Based Services.
Der O2 XDA ermöglicht Local Based Services.
O2 XDA: Elegant
Der XDA (eXtended Digital Assistant) von O2 (ehemals Viag Interkom; www.o2xda.de) steckt in einem eleganten hellgrauen Metallgehäuse; er wird mit einem Stift bedient, der bei Nichtgebrauch praktischerweise im Antennenstummel verschwindet. Der SIM-Kartensteckplatz ist hinter einer seitlichen Gum-
miklappe versteckt, die sich etwas umständlich öffnen lässt. Nach Einschalten des Testgeräts war die PIN-Eingabe nicht direkt auffindbar, sodass eine länger dauernde automatische Softwarekonfiguration und eine Suche im Menü erforderlich waren. Dieser Fehler wiederholte sich, ist nach Auskunft des Herstellers aber nicht typisch. Für die Hemdtasche ist das Gerät mit rund 200 Gramm Gewicht und Abmessungen von 13 cm Länge, 7,5 cm Breite und 1,8 cm Tiefe noch etwas zu groß. Die Farbdarstellung liegt bei maximal 4 096 Farben (Pocket-PCs haben häufig bereits 65 000 Farben), dennoch ist das Display leuchtstark und kontrastreich.
Das XDA ist nur zusammen mit SIM-Karten von O2 Germany erhältlich, kann jedoch nach Aufhebung der Sperre gegen eine Gebühr von 150 Euro auch mit anderen SIM-Karten genutzt werden. Zum Telefonieren gibt man mit dem Stift (oder auch mit den Fingern) die gewünschte Rufnummer auf der Wähltastatur, die auf dem Touchscreen dargestellt ist, ein oder wählt diese aus den gespeicherten Kontakten aus. Die PDA-Funktionen lassen sich auch während eines Telefonats nutzen. Allerdings sind einmal aufgerufene Programme häufiger nicht einfach wieder zu beenden. Wünschenswert wäre auch eine Abbruchtaste für gestartete Vorgänge. Die über den fest eingebauten Lithium-Polymer-Akku ermöglichte Bereitschaftszeit des Gerätes ist hoch: Die Sprechzeit liegt bei maximal 3,5 Stunden, die PDA-Arbeitszeit bei 15 Stunden und die Standby-Zeit bei 150 Stunden. Die Speicherausstattung ist mit 32 MByte etwas karg bemessen.
Ins Internet gelangt man entweder über das schnelle
paketorientierte, jedoch nicht ganz preiswerte GPRS-(General Packet Radio Service)-Netz oder über das herkömmliche leitungsorientierte GSM-Netz (Dual Band 900 und 1 800). Auch größere E-Mails (bis zu zwei MB) lassen sich bei Bedarf schnell empfangen und versenden. Die mitgelieferte CD-ROM enthält Zusatzprogramme und Spiele für das Gerät.
Interessant wird das Gerät jedoch erst im Zusammenspiel mit dem Online-Portal von O2, denn für das Surfen im „normalen“ Internet ist das Display zu klein, auch wenn angewählte Seiten schnell hochladen. So liefert das Portal beispielsweise Wirtschafts-Nachrichten und Dienste der ComdirectBank, stellt Verkehrsinformationen, das Film- und Fernsehprogramm, einen Cityguide und weitere Angebote zur Verfügung. Der Web-Katalog für den PDA enthält mobile Shop-Angebote, zum Beispiel von Amazon und Ebay, den aktuellen Wetterbericht und Nachrichten von Tagesschau, Spiegel und Handelsblatt.
Zu den Location Based Services, die O2 anbietet, gehören unter anderem ein Hotel- und Restaurantfinder, ein Geldautomaten- und Tankstellenfinder, ein Routenplaner, ein Staupilot zur Umgehung von Staus und ein Stadtplandienst. Das Handy kostet 499 Euro mit einem Kartenvertrag.
Das „Westentaschenbüro“: Nokias Communicator
Das „Westentaschenbüro“: Nokias Communicator
Nokia 9210i: Kleiner PC
Auf den ersten Blick wirkt der Nokia Communicator 9210i wie ein zu groß geratenes Handy, das an die Anfangszeiten und -größen der Mobiltelefone erinnert. Erst wenn man das schlichte silberfarbene Gerät aufklappt, zeigt sich, warum es 249 Gramm wiegt und eine Abmessung von 15,8 cm Länge,
6 cm Breite und 2,7 cm Tiefe besitzt. Ein Farb-Display (640 x 200 Pixel, 4 096 Farben) und eine Tastatur kommen zum Vorschein.
In der ersten Tastenreihe zeigen die Menüpunkte Arbeitsplatz, Telefon, Mitteilung, Internet, Kontakte, Kalender, Office und Extras schnell, warum der Communicator oft als kleines Büro bezeichnet wird. Die Bedienung des Gerätes erfolgt ausschließlich über die Tastatur – ohne Stift – und gelingt nach kurzer Eingewöhnung sehr gut.
Vor allem die Navigation über die Menüpunkte, die Funktionstasten neben dem Farbdisplay und die Vier-Wege-Taste ist einfach und führt den Benutzer schnell zum Ziel.
Um das reichhaltige Software-Angebot – vor allem die Datendienste – zu nutzen, muss zunächst das Handy eingerichtet werden. Der Steckplatz für die SIM-Karte befindet sich auf der Rückseite des Gerätes unterhalb des Akkus. Dieser gewährleistet nach Hersteller-Angaben bis zu zehn Stunden Sprechzeit und maximal 230 Stunden Standby. Ist die Handyfunktion ausgeschaltet, soll die Standby-Zeit sogar bis zu 400 Stunden reichen. Erst wenn man über den Menüpunkt Extras den Internet- beziehungsweise WAP-Zugang und die E-Mail-Funktion eingerichtet hat, zeigt sich die Leistungsfähigkeit des Communicators.
Die manuelle Einrichtung der Web-Dienste ist logisch aufgebaut und schnell erledigt. Die Übertragungsrate im Internet ist mit bis zu 43,2 kbit/s ansprechend, das Aufrufen von Internet-Seiten (auch mit JavaScripts) ist kein Geduldsspiel, das Display gibt die Farben kontrastreich wieder. Das 9210i kann zwei Web-Seiten gleichzeitig öffnen, besitzt auch einen Flash-Player für bewegte Bilder. Video- und Audio-Streaming ist mit dem RealOne-Player möglich, der das Betrachten von Clips schon beim Herunterladen ermöglicht. E-Mail, SMS und Fax zu versenden, klappt problemlos. Der Aufbau des Menüpunktes Mitteilung entspricht dem Microsoft Programm Outlook Express.
Unter Office findet der Benutzer Programme zur Text-, Präsentations-und Tabellenerstellung. Objekte, wie zum Beispiel Bilder, lassen sich einbinden. Für diese Anwendungen bietet der Communicator 16 MB Speicher von insgesamt 40 MB Speicherplatz. Per Kabel oder Infrarot kann der Nutzer eine Verbindung mit dem PC herstellen und Daten übertragen. Die notwendige PC-Software ist als CD im Lieferumfang enthalten. Die Menüpunkte Kalender und Kontakte ermöglichen eine komfortable Termin- und Adressverwaltung, die auch für die E-Mail-, Fax- und Telefonfunktion nützlich ist.
Die Handhabung des Gerätes ist einfach. Dies liegt vor allem daran, dass sich durch die Anlehnung an PC-Funktionalitäten schnell ein Wiedererkennungseffekt einstellt. Das 9210i besitzt alle Anwendungen, um ein mobiles Büro zu betreiben, und glänzt mit Internet-Zugang und Mul-timediafähigkeiten. Dennoch muss man sich fragen, inwieweit man die Büroanwendungen trotz leichter Handhabung nutzt. Lange Texte will man sicher nicht damit schreiben. Ein leichter Laptop mit einer Tastatur und ein Handy, das in die Hosentasche passt, wird viele Anwender ebenfalls überzeugen. Einen Coup könnte Nokia landen, wenn es dem 9210i – einem Baukastensystem ähnlich – die Fähigkeit geben würde, bei Bedarf einfach das Handyteil herauszunehmen. Das Gerät kostet 979 Euro (www.
nokia.de).
Der „Winzling“ T68i erfordert schlanke Finger.
Der „Winzling“ T68i erfordert schlanke Finger.
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SonyEricsson T68i: MMS-fähig
Die Design-Abteilung von SonyEricsson (www.sonyericsson.de) hat beim T68i gute Arbeit geleistet. Das kleine Gehäuse in mattem Silber und Dunkelgrau macht einen eleganten Eindruck. Besonderer Clou ist die blau schimmernde Tastaturbeleuchtung. Mit einer Größe von 100 x 20 x 48 mm und einem Gewicht von nur 80 Gramm gehört das T68i in die Kategorie „hemdtaschen-geeignet“. Wie bei allen sehr kleinen Handys sind für die Tastatureingabe schlanke Finger gefragt. SonyEricsson erleichtert die Eingabe durch einen Joystick in der Mitte der Tastatur. Mit dieser „Universaltaste“ kann der Anwender die meisten Menüs, Listen und Funktionalitäten des Gerätes erreichen, ohne andere Tasten zu verwenden.
Dass das T68i nicht nur zum Telefonieren gedacht ist, zeigt sich beim Einschalten, wenn das große farbige Display (256 Farben) aufleuchtet. Damit hebt sich das Gerät von vielen anderen Mobiltelefonen ab. Es ist WAP-fähig und unterstützt darüber hinaus auch MMS (Multimedia Messaging Service). An Textmeldungen können so nicht nur Bilder oder Audiodateien, sondern auch bewegte Bilder angehängt werden. Im Lieferumfang des Gerätes sind bereits mehr als 50 Bilder enthalten, die zum Beispiel als Hintergrundbild des Displays verwendet werden können. Man kann sogar eigene Bilder – wenn auch mühsam – zeichnen oder einfacher, per MMS empfangen. Wer will, kann hinter jedem Telefonbucheintrag ein Bild hinterlegen, sodass der Anrufer beim Klingeln auf dem Display erscheint.
Die Qualität der Bilder ist akzeptabel, ein Vergleich mit einer Digitalkamera wäre unfair. Der Handyspeicher ist circa 600 KB groß. Dies reicht für eine kleine Galerie, da die einzelnen Dateien nur ein bis drei KB groß sind. Das T68i ist auch mit einer Aufsteckkamera erhältlich, mit der man direkt vor Ort Bilder aufnehmen und versenden kann.
MMS setzt voraus, dass der Telefonpartner ein entsprechend ausgestattetes Mobiltelefon besitzt. Eine schnelle Verbindung ist wahlweise über GPRS oder HSCD möglich. Qualitativ sind animierte Zeichnungen besser als realistische Darstellungen, die unscharf wirken. Darüber hinaus bietet das Gerät vielfältige Funktionen, die über das bloße Telefonieren hinausgehen: von der Terminverwaltung mit zugehörigen Notizen bis zur Funktion als Diktiergerät. Beim Telefonieren war die Sprachqualität im Test allerdings nur Durchschnitt.
Das T68i ist ein Mobiltelefon, das vor allem mit seinen Übertragungsmöglichkeiten (MMS), seinem Design und Farbdisplay glänzt (Preis: 429 Euro ohne Vertrag). Will man schnell etwas organisieren, Informationen abrufen oder versenden, ist es sehr hilfreich, mehr aber auch nicht.
Heike E. Krüger-Brand,
Michael Schmedt

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