ArchivDeutsches Ärzteblatt41/1996Erklärung gentechnologischer Begriffe

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Erklärung gentechnologischer Begriffe

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LNSLNS cfu – "colony forming units". Anzahl von Antibiotika-resistenten Zellkolonien nach Infektion mit retroviralen Vektoren.
episomal – im Zytoplasma oder Nukleus gelegene DNA, ohne Integration in das Genom der Wirtszelle.
Expressions-Vektor-Plasmid – extrachromosomales genetisches Element, das sich in einer Bakterienzelle autonom vermehren kann und derart konstruiert ist, daß integrierte Gene, die vom Plasmid transportiert werden, in eukaryoten Zellen exprimiert werden können.
in cis – vom selben DNA-Molekül.
Insertionelle Mutagenese – Verursachung einer Mutation in einem Target-Gen durch die Insertion von fremder DNA, wie zum Beispiel Virus-DNA, in das Genom der Wirtszelle.
Integration – stabile Verankerung von fremder DNA in das Genom von Zellen.
in trans – von einem anderen DNA-Molekül.
Liposomen – kationische Lipidmoleküle, die mit negativ geladenen DNA-Strängen Komplexe eingehen können, die ihren Transport durch die Zellmembran erleichtern.
Markergen/Reportergen – Gene ohne therapeutische Wirkung, deren Expression mit etablierten Assays nachgewiesen werden kann; dienen der Abschätzung der Transfektionseffizienz.
pfu – "plaque forming units". Anzahl von Zellplaques nach Infektion mit retroviralen Vektoren.
Promotor – Antriebsaggregat für die Expression von Genen.
Pseudotyp – ein gemischter Virus-Partikel, zusammengesetzt aus Elementen von zwei verschiedenen Virusarten.
Rekombination – physikalische Interaktion zwischen zwei DNA-Molekülen (auch virale Sequenzen), die zu einem Austausch von genetischer Information zwischen den zwei Molekülen führt.
stabile ko-lineare Integration – dauerhafter Einbau der zugeführten Gene in der gleichen Reihenfolge, wie sie im Vektor vorkommen.
Suizidgen/Selbstmordgen – Zellen, die ein solches Gen tragen, sind gegenüber bestimmten, ansonsten harmlosen Chemikalien sensibel und können so gezielt abgetötet werden.
Transduktion – Veränderung der genetischen Information in einer Zelle; transient durch episomale Transduktion oder langanhaltend durch stabile Integration.
Transfektion – genetische Modifikation von eukaryotischen Zellen durch die Einschleusung von fremder DNA. Bei einer transienten Transfektion kommt es zu einer vorübergehenden Expression von nicht-integrierter
fremder DNA, die über wenige Tage bis Wochen nach der Transfektion nachweisbar ist.
Vektor – ein Vehikel, das für den Transport von Genen in einen Organismus verwendet wird. In der Regel handelt es sich um eine biologische Entität, wie zum Beispiel ein Virus oder ein Plasmid.
Verpackungszellen – Zellinien, in deren Genom diejenigen Gene integriert werden, die aus Wildtypviren entfernt werden, um dort Platz für therapeutische Gene zu schaffen. Durch die Insertion therapeutischer oder fremder Gene werden replikations-defiziente Viren geschaffen. Mit rekombinanter DNA transfizierte Verpackungszellinien produzieren die benötigten Proteine, um infektiöse Viren bilden zu können. Hier wird das virale RNA-Genom nur mit Kernproteinen, Enzymen und Hüllproteinen verpackt; die daraus resultierenden kompletten Viren sind infektionsfähig, jedoch nicht replikationsfähig.
Virustiter – Anzahl von Viruspartikeln pro Milliliter Überstand. Der jeweilige Assay hängt im wesentlichen vom nachzuweisenden Virus ab. Generell sind hohe Virustiter (das heißt hohe Virus-Konzentrationen) für eine erfolgreiche Gentherapie essentiell, da sie die Einschleusung des therapeutischen Gens in maximal große Zellzahlen erlauben.

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