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ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2002Kardiale Todesfälle durch psychologischen Stress

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Kardiale Todesfälle durch psychologischen Stress

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LNSLNS In dem Kriminalroman von Sir Arthur Conan Doyle „Der Hund von Baskerville“ erleidet Charles Baskerville unter extremem psychologischen Stress einen tödlichen Herzinfarkt. Die Autoren gingen der Frage nach, ob kardiale Todesfälle bei Chinesen und Japanern an Unglückstagen häufiger vorkommen als bei Weißen.
Analysiert wurde die Todesstatistik von 209 908 in den USA lebenden Chinesen und Japanern. Deren Daten wurden mit denen von 47 328 762 weißen Amerikanern verglichen. In dem asiatischen Kulturkreis werden die Worte Tod und die Zahl vier fast identisch ausgesprochen. Die vier gilt als Unglückszahl; entsprechend gibt es in den Krankenhäusern kein 4. Stockwerk oder ein Zimmer 4, auch bei Militärflugzeugen wird diese Zahl bei der Nummerierung ausgelassen. Einige Japaner verreisen nicht am 4. eines Monats, chinesische und japanische Restaurants vermeiden ebenfalls diese Zahl.
In der Tat fand sich bei der Analyse eine Zunahme kardialer Todesfälle am 4. eines Monats: Tod an chronischem Herzversagen trat um 27 Prozent häufiger auf, unter stationären Bedingungen war eine Zunahme um 45 Prozent an diesem Tag zu registrieren.
Die Autoren glauben, dass die erhöhte Todesrate an Unglückstagen die Hypothese stützt, dass psychischer Stress die Rate an kardialen Todesfällen erhöht. w

Phillips DP, Liu GC, Kwok K et al.: The hound of the baskervilles effect: natural experiment of the influence of psychological stress on timing of death. BMJ 2001; 323: 22–29.

Dr. D. P. Phillips, Sociology Department, University of California at San Diego, Ja Jolla, CA, 92093-0533, USA, E-Mail: dphillip@weber.ucsd.edu.

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