ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2002Losartan: Weitere Ergebnisse der LIFE-Studie

VARIA

Losartan: Weitere Ergebnisse der LIFE-Studie

Dtsch Arztebl 2002; 99(45): A-3038

Bischoff, Angelika

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS In der LIFE-(Losartan Intervention for Endpoint Reduction in Hypertension-)Studie wurde erstmals für ein Antihypertensivum ein Vorteil im Einfluss auf kardiovaskuläre Endpunkte gegenüber einem anderen dokumentiert, obwohl beide gleichermaßen den Blutdruck senkten. Eingeschlossen in die Studie waren 9 193 Patienten mit Hypertonie und linksventrikulärer Hypertrophie. Sie erhielten über mindestens vier Jahre eine blutdrucksenkende Therapie auf der Basis des Angiotensin-2-Antagonisten Losartan oder des Betarezeptorenblockers Atenolol.
Zwei wichtige Subgruppen-Analysen wurden jetzt vorgestellt: 1 326 Patienten mit isolierter systolischer Hypertonie (ISH) und 1 195 Diabetiker. Wie Prof. Sverre Kjeldsen (Oslo) sagte, senkte Losartan das Risiko für den primären kombinierten Endpunkt (kardiovaskuläre Mortalität, Schlaganfall, Myokardinfarkt) um 26 Prozent. Auch bei den einzelnen Endpunkten waren die Unterschiede signifikant: Die kardiovaskuläre Mortalität nahm um 46 Prozent, das Schlaganfallrisiko um 40 Prozent und das Myokardinfarkt-Risiko um 13 Prozent ab. Auch die Gesamtsterblichkeit verminderte sich um 28 Prozent und das Risiko, neu an Diabetes zu erkranken, um 38 Prozent. „Diese Effekte sind deshalb eindrucksvoll, weil sie in Vergleich zu einer Betablocker-basierten Therapie erzielt wurden, die selbst das kardiovaskuläre Risiko von Patienten mit isolierter systolischer Hypertonie deutlich senkt“, so Kjeldsen.
Diabetiker sind eine kardiovaskulär besonders stark gefährdete Patientengruppe. Es ist bekannt, dass das strikte Senken des Blutdrucks auf Werte möglichst unter 130/85 mmHg dieses Risiko im Vergleich zu Nicht-Diabetikern besonders deutlich vermindert. Es war jedoch bis vor einiger Zeit nicht klar, ob es Medikamente gibt, die hier unabhängig vom Blutdruck mehr bringen als andere. In der Subgruppen-Analyse der Diabetiker konnte ein Vorteil für Losartan gegenüber Atenolol dokumentiert werden. Wie Prof. Lars H. Lindholm (Umea) berichtete, senkte Losartan das Risiko für den primären kombinierten Endpunkt gegenüber Atenolol signifikant um 24,5 Prozent, die kardiovaskuläre Sterblichkeit um 37 Prozent und die Gesamtmortalität um 39 Prozent. Die Chance, ohne ein kardiovaskuläres Ereignis zu bleiben, war in der Losartan-Gruppe deutlich größer. Schon nach einem Jahr ließ sich hier ein klarer Unterschied zur Atenolol-Gruppe erkennen. Auch das Risiko, wegen einer Herzinsuffizienz im Krankenhaus behandelt werden zu müssen, nahm um 40 Prozent ab.
Dr. med. Angelika Bischoff

Pressekonferenz der Firma MSD Sharp & Dohme anlässlich des „19th Meeting of the International Society of Hypertension“ in Prag
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema