ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2002Patient Frau. Psychosomatik im weiblichen Lebenszyklus

BÜCHER

Patient Frau. Psychosomatik im weiblichen Lebenszyklus

PP 1, Ausgabe November 2002, Seite 482

Springer-Kremser; Ringler, Marianne; Eder, Anselm

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Psychosomatik
Pflichtlektüre
Marianne Springer-Kremser, Marianne Ringler, Anselm Eder (Hrsg.): Patient Frau. Psychosomatik im weiblichen Lebenszyklus. 2., neu bearbeitete Auflage, Springer-Verlag, Wien, New York, 2001, X, 244 Seiten, 21 Abbildungen, broschiert, 34,80 A
Einleitend wird die Verzahnung von organischen Funktionen, Psyche und sozialem Umfeld beschrieben. Die enge Wechselwirkung zwischen dem Körperlichen (Morphologie und Funktion), dem Seelischen und dem sozialen Beziehungsgeflecht (von der frühkindlichen Mutter-Kind-Beziehung bis zur späteren gesellschaftlichen Integration und Akzeptanz) erfordert eine ganzheitliche Betrachtungsweise von somatischen Störungen.
Die allgemeinen Grundthemen der weiblichen Psychosomatik wie Endokrinologie der geschlechtsreifen Frau und die psychosexuelle Entwicklung werden erläutert. Exemplarisch wird mit sehr anschaulichen Fallbeispielen die Komplexität von psychosomatischen Störungen beim „Patient Frau“ aufgedeckt.
Im zweiten Teil des Buches werden die typischen weiblichen Lebensphasen mit ihren Störungen behandelt. Die Aufhebung vieler sozialer Tabus hinsichtlich der Menstruation ist unstrittig vernünftig. Allerdings kann aus medizinisch-gynäkologischer Sicht der Rezensent den Autoren nicht folgen mit der Aussage, dass das Sexualtabu im Zusammenhang mit der Menstruation nicht begründbar sei. Die subjektive Bedeutung der Sexualität und der Umgang mit derselben wird als Kompromiss zwischen der persönlichen Lebens-Lerngeschichte und dem soziokulturellen Umfeld dargestellt.
Die Schwangerschaft wird als Verarbeitung der Beziehung zur eigenen Familie und zum Partner gedeutet. Konfliktkonstellationen in dieser Beziehung können Ursache der Unfruchtbarkeit sein. Psychovegetative Beschwerden in der Menopause erfordern eine sachliche Aufklärung. Depressionen in der Menopause sind nicht als biologisch determiniert anzusehen, sondern eher Reaktionen auf psychosoziale Faktoren und Stress. Ein psychosomatisches Fehlverhalten einschließlich sexueller Störungen nach gynäkologischen Operationen, zum Beispiel Hysterektomie, kann durch eine sachliche präoperative Aufklärung vermieden werden.
„Wissen hilft Angst zu reduzieren.“ Das für den psychoanalytischen Laien hochinteressante Buch wendet sich an alle Ärzte, die Patientinnen betreuen. Für Gynäkologen sollte das Buch eine Pflichtlektüre sein. Heinrich Fendel
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