ArchivDeutsches Ärzteblatt41/1996Knochenmarkbefall bei nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom

MEDIZIN: Referiert

Knochenmarkbefall bei nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom

mll

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LNSLNSLNSLNS Kommt bei einem nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom eine Operation in Betracht, wird die Prognose entscheidend vom Vorhandensein systemisch ausgebreiteter Tumorzellen bestimmt. Bislang wurde die Metastasierung als spätes Ereignis im Krankheitsverlauf epithelialer Tumoren angesehen.
Die äußerst schlechte Prognose vieler Patienten deutet jedoch darauf hin, daß Mikrometastasen häufig schon vor der Diagnose des Primärtumors bestehen. In der vorliegenden Untersuchung wurde der Krankheitsverlauf von Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom analysiert. Es wurden Gruppen mit und ohne nachgewiesene Tumorzellen im Knochenmark untersucht.
Zum Zeitpunkt der Operation wurden 139 Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom untersucht. Bei den Patienten konnten mit den üblichen Methoden keine Fernmetastasen nachgewiesen werden (pT1–4 pN1–2 M0). Die präoperative Diagnostik beinhaltete die Röntgenuntersuchung des Thorax, Bronchoskopie mit Biopsien, Computertomografie des Thorax und des Abdomens und Sonografie des Abdomens. Knochenmark zur Untersuchung wurde aus dem Beckenkamm und den Rippen entnommen. Der Nachweis der Tumorzellen in den Knochenmarkaspiraten wurde mit einem monoklonalen Antikörper CK2 gegen Zytokeratin-Polypeptid 18 (CK18) geführt. 215 Patienten ohne bösartige epitheliale Tumoren dienten als Kontrollgruppe. Ferner wurde bei 36 Patienten das Knochenmark vor und nach der Operation untersucht. Nach der Operation konnten die Patienten durchschnittlich 39 Monate lang beobachtet werden.
Bei 83 von 139 (59,7 Prozent) Patienten konnten CK18-Zellen im Knochenmark nachgewiesen werden. Selbst bei Patienten ohne Lymphknotenbefall (pN0) wurden Tumorzellen in 54,3 Prozent nachgewiesen. In der Kontrollgruppe wurde eine CK18- Zelle nachgewiesen. Die Knochenmarkuntersuchungen vor und nach der Operation zeigten keinen Einfluß der chirurgischen Maßnahmen auf die Frequenz der CK18-Zellen. Weitere Analysen zeigten einen engen Zusammenhang zwischen dem Nachweis dieser Zellen und einem späteren klinischen Rezidiv. Der Nachweis dieser Zellen könnte bei der jeweils individuellen Entscheidung helfen, ob eine adjuvante systemische Therapie erforderlich ist. mll
Pantel K et al.: Frequency and prognostic significance of isolated tumor cells in bone marrow of patients with non-small-cell lung cancer without overt metastases. Lancet 1996; 347: 649–653
Dr. K. Pantel, Institut für Immunologie, Ludwig-Maximilians-Universität, 80336 München

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