ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2002Psychologie-Kongress: Defizite in der Altersforschung

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Psychologie-Kongress: Defizite in der Altersforschung

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LNSLNS Unterstützung von der Politik gefordert
Deutschen Universitäten fehle es im Fach Psychologie an Flexibilität. Darauf verwies Prof. Dr. Rainer K. Silberstein anlässlich des 43. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Psychologie in Berlin. Durch ein behäbiges Universitätssystem und starre Hierarchien drohe Deutschland der Nachwuchs verloren zu gehen. „Wir brauchen eine internationale Ausrichtung des Fachs“, betonte Silberstein. Auch müsste die Infrastruktur verbessert werden, um die internationale Forschungskooperation zu erhöhen. Dafür forderte Silberstein die Unterstützung der Politik, wenn Deutschland im internationalen Vergleich nicht zurückfallen wolle. Neben hochschulpolitischen Forderungen standen wissenschaftliche Themen auf der Agenda des Kongresses: Prof. Dr. Paul B. Baltes vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin gab einen Einblick in die Altersforschung. Sein zentrales Anliegen: Den „Overkill an Bildung“ im Jugendalter zu beenden. Lebenslanges Lernen sollte im Sinne des Wortes verstanden und auch auf andere Lebensabschnitte verteilt werden. Sechzig- bis Siebzigjährige wiesen heute eine wesentlich höhere mentale Leistungsfähigkeit auf als Gleichaltrige früherer Generationen – dies sei in der Gesellschaft jedoch noch nicht angekommen.
Silberstein beklagte die mangelnde politische Unterstützung für alte Menschen und Altersforschung in Deutschland. In den USA würden für die Altersforschung rund drei Milliarden Dollar öffentlicher Mittel jährlich zur Verfügung gestellt, während man in Deutschland mit deutlich weniger auskommen müsse.

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