ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2002Depressionen: Bedeutung der „metacognitive awareness“

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Depressionen: Bedeutung der „metacognitive awareness“

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LNSLNS Verhaltenstherapie kann im Rahmen einer Depressionsbehandlung helfen, Rückfälle zu vermeiden. Dabei werden vor allem dysfunktionale Gedanken und Gefühle identifiziert und umgedeutet. Wird ein bestimmtes kognitives Set, die „metacognitive awareness“, in der Therapie berücksichtigt, lassen sich möglicherweise noch bessere Therapieerfolge erzielen. Metacognitive awareness bezieht sich darauf, wie negative Gefühle und Gedanken gedeutet werden. Eine verminderte metacognitive awareness zeichnet sich dadurch aus, dass eine Person ihre negativen Gefühle und Gedanken auf sich selbst bezieht. Eine erhöhte metacognitive awareness hingegen ermöglicht es, die Gedanken und Gefühle wahrzunehmen und sie realen Ereignissen oder Personen zuzuordnen. Die Autoren gingen davon aus, dass eine verminderte metacognitive awareness mit einer erhöhten Anfälligkeit für depressive Schübe und Rückfälle in Verbindung steht. Daher versuchten sie im Rahmen mehrerer Studien, die metacognitive awareness bei depressiven Patienten mittels Verhaltenstherapie zu erhöhen. Diese Vorgehensweise war erfolgreich. Je höher die metacognitive awareness bei den Patienten wurde, desto später und seltener traten Rückfälle auf. ms

Teasdale JD, Pope M, Moore RG, Hayhurst H, Williams S, Segal ZV: Metacognitive awareness and prevention of relapse in depression: Empirical evidence. Journal of Consulting and Clinical Psychology 2002; 70: 75–287.

John D. Teasdale, Medical Research Council, Cognition and Brain Sciences Unit, 15 Chaucer Road, Cambridge CB2 2EF, UK, E-Mail: john.teasdale@mrc-cbu.cam.ac.uk
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