ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2002Vergangenheit: Tradiertes Tötungsverbot bietet Schutz
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LNSLNS Die „große Linie“ führt nicht nur von Darwin und Haeckel bis zu höchsten wissenschaftlichen Gremien, renommierten Fachleuten und in die Irre geleiteten Medizinern in der NS-Zeit, die gegen geltende Gesetze verstießen. Historisch gesichert ist, dass damals vom selben Personenkreis, der die Kinder- und Erwachseneneuthanasie praktizierte, später mit weiterentwickelten Methoden der Tötung durch Gas die systematische massenhafte Vernichtung von Angehörigen „minderwertiger“ Rassen u. a. aus rasseideologischen Gründen in neu errichteten Tötungseinrichtungen betrieben wurde . . .
Wenn also vom „langen Atem der Eugenik“ und „Nützlichkeitserwägungen“ damals gesprochen wird, sollten wir Ärzte bedenken, wer bzw. welche Gruppen von Menschen heute von kundigen Medizinern getötet werden und in welchem Stadium ihres menschlichen Lebens dies geschieht; ob dazu etwa auch die als „unzumutbar“ bezeichneten kranken (3 %) und gesunden (97 %) ungeborenen Menschen gehören, die noch überwiegend rechtswidrig, aber straffrei mit einem u. a. von einer renommierten wissenschaftlichen Fachgesellschaft und der zuständigen Bundesbehörde als Medikament anerkannten Abortivum beseitigt werden, sowie welche andere Gruppen vielleicht schon bald diesem Pesthauch legal zum Opfer fallen werden.
. . . Das in unserem Arztberuf tradierte Tötungsverbot soll Ärzte davor schützen, durch den Zeitgeist in die Irre geführt zu werden. Das Tötungsverbot dient daher der Bewahrung des Arztes vor der (Selbst-)Zerstörung seines Wesens . . .
Prof. Dr. med. Ingolf Schmid-Tannwald, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe – Großhadern, Marchioninistraße 15, 81377 München
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