ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2002Zur Diskussion: Titelbild
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LNSLNS Muss sich das Titelbild der aktuellen Ausgabe den Vorwurf gefallen lassen, sexistisch und rassistisch zu sein? In der Redaktion des Deutschen Ärzteblattes war diese Frage umstritten. Die kontroverse Diskussion führte schließlich zu einem zusätzlichen Faltenwurf auf den vorher etwas mehr entblößten dunkelhäutigen Po, aber nicht zum Verzicht auf die Bildvorlage.
Nachdenklicher wurden einige allerdings bei der Frage, ob das gleiche Bildmotiv mit einer weißen Frau auf dem Titel platziert worden wäre. Und schon ist man beim Kern des Problems angelangt. Immer noch entspringt unsere Blickweise auf Afrika und dessen Bewohner einer kolonialistischen Attitude, die nicht zuletzt an dem Stereotyp der Verfügbarkeit des schwarzen Frauenkörpers festhält. Der Kopf ist dabei ein eher störendes Element, das verzichtbar ist.
Warum als Titelbild-Motiv für einen Beitrag, der sich mit den positiven Auswirkungen von Investitionen in die Gesundheitsversorgung der Entwicklungsländer befasst, eine „kopflose“ Afrikanerin ausgewählt wird, die willig ihr farbenfrohes Kleidchen lupft, bleibt schleierhaft. Der seriöse und bedenkenswerte Text wird konterkariert durch ein Titelbild, das weiterhin bestehende rassistische Stereotype – Afrika reduziert auf den Po einer schwarzen Frau – transportiert.
Zugegeben: Es ist eine schwarze Ärztin, die die Spritze ansetzt. Aber das nimmt der Betrachter nur am Rande wahr. Dominierend ist der Schwarz-Weiß-Kontrast – die Bildsprache ist eindeutig. Thomas Gerst
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