ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2002Vorschaltgesetz: Nullrunde ist Minusrunde

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Vorschaltgesetz: Nullrunde ist Minusrunde

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LNSLNS KBV kritisiert zunehmenden staatlichen
Dirigismus im Gesundheitswesen.
Wenn die angekündigte Nullrunde für niedergelassene Ärzte umgesetzt wird, um 220 Millionen Euro zu sparen, sollten diese nur noch so viele Leistungen anbieten, wie bezahlt werden. Das hat der Erste Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. med. Manfred Richter-Reichhelm, am Montag in Berlin angeregt. Orientieren könne man sich dabei konzeptionell am Honorarverteilungsmaßstab der KV Brandenburg oder den Individualbudgets in Nordrhein.
Richter-Reichhelm widersprach dem Eindruck, die Sparmaßnahme sei nicht gravierend: „Die verordnete Nullrunde bedeutet faktisch eine Minusrunde.“ Denn es geht keineswegs um die Honorare der Ärzte allein. Vielmehr beschäftigen die niedergelassenen Ärzte derzeit 600 000 Mitarbeiterinnen in Voll- und Teilzeit. Würden deren Bezüge um 2,5 Prozent steigen, müssten die Ärzte knapp 245 Millionen Euro zusätzlich ausgeben. Gleichzeitig werden sich nach den Berechnungen der KBV die Lohnnebenkosten allein durch die vorgesehene Anhebung des Rentenversicherungssatzes auf 19,5 Prozent um weitere 20 Millionen Euro erhöhen.
Der KBV-Vorsitzende prognostizierte: „Zahlreiche Ärzte werden ihr Praxispersonal reduzieren müssen.“ Rein rechnerisch würden rund 12 500 Vollzeitstellen wegfallen.
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