ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2002Analgesie: Umwerfende Methode
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LNSLNS . . . Würde ich dieses „Messinstrument“ in meiner Praxis einsetzen, würden hier sicher alle depressiv oder hypochondrisch neurotischen Patienten, die Angstpatienten, die Patienten mit psychovegetativen Störungen, die „Fibromyalgie“-Patienten und sämtliche anderen Lamentatoren/-innen Spitzenwerte erreichen, eine wahrhaft umwerfende Methode der Diagnostik.
Mag sein, dass die Schmerztherapie oft unzureichend ist. Ich erlebe seit Jahren eher das Gegenteil. Völlig unkritisch werden Patienten, die Schmerzen äußern, auf Opiatanalgetika (z. B. Tramal, Valoron) eingestellt (was bei Tumorschmerzen sicher richtig ist), auch wenn sich hinter den geäußerten Schmerzen eine psychosomatische Störung, eine larvierte Depression oder andere psychogene Entwicklungen verbergen. Ähnlich unkritisch, wie man in den 70er-Jahren oft mit den Benzodiazepinen verfuhr und dadurch lebenslange Abhängigkeitsentwicklungen einleitete. – Das Resultat: Der Patient ist spätestens nach einigen Wochen körperlich und psychisch abhängig vom Analgetikum, jeder Versuch einer Dosisreduktion oder eines ausschleichenden Absetzens schlägt fehl, als Entzugserscheinung treten stärkste und unerträgliche Schmerzen, ähnlich wie beim Heroinentzug, auf, und das Analgetikum muss wohl oder übel weiter eingenommen werden . . .
Dr. med. Klaus Pillhatsch, Gabelsbergerstraße 4, 93047 Regensburg
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