ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2002Krankenhaus: Gegenstimme
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LNSLNS Es ist traurig lesen zu müssen, dass manche Kolleginnen in einem wunderschönen Fach, wie der Chirurgie, schon am Anfang kläglich scheitern. Doch etwas wütend hat es mich gestimmt, dass keine „Gegenstimme“ erhoben wurde! Schwarzmalerei? Und was sollen junge Kollegen, zukünftige Kollegen, die so etwas lesen, denken?
Seit mehreren Jahren arbeite ich in unserer Chirurgischen Klinik. Angefangen habe ich als AiP. In dieser Zeit konnte ich viel, sehr viel lernen – auch wenn man sich manchmal durchsetzen musste, manchmal geärgert hat. Ist doch natürlich, dass man sich alles erarbeiten muss. Dazu gehört auch Ausdauer, Toleranz und die Zugehörigkeit in ein Team.
Als ich plötzlich schwanger wurde (mit meiner Kollegin gleichzeitig) und wegen vorzeitiger Wehen eher aussteigen musste, haben meine Kollegen ohne Wenn und Aber meine Arbeit übernommen. Jetzt habe ich meine Arbeit nach einem Jahr Ausstieg wieder aufgenommen und kann so weitermachen wie vorher. Mein Op.-Katalog war schon zu AiP-Zeit „voll“, nun kann ich jeden Tag weiterlernen und operieren. In Deutschland! Ja, so etwas soll’s geben!
Ähnliche Erfahrungen habe ich in anderen Kliniken gemacht, als ich hospitiert habe. Ist dies eine Persönlichkeitsfrage? Auf jeden Fall steht fest, meine Kollegen sind die Besten, und mein Chef, wenn auch streng, ein kompetenter Mensch!
Johanna Pedall, Sömmerringstraße 13, 60322 Frankfurt/Main
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