ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2002Schokolade im Gehirn und weitere Geschichten aus der Nervenheilkunde

BÜCHER

Schokolade im Gehirn und weitere Geschichten aus der Nervenheilkunde

Dtsch Arztebl 2002; 99(46): A-3090 / B-2624 / C-2431

Spitzer, Manfred

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Nervenheilkunde
Verrücktheiten der modernen Welt
Manfred Spitzer: Schokolade im Gehirn und weitere Geschichten aus der Nervenheilkunde. F. K. Schattauer Verlag, Stuttgart, 2001, VII, 95
Seiten, 33 Abbildungen, 2 Tabellen, kartoniert, 19,95 €


Das Fach Nervenheilkunde – vom Aussterben bedroht? Mitnichten! Der Autor stellt sein Fach als spannendstes der Medizin dar, dessen Entwicklung erst am Anfang steht. Lernen, die Schokoladenseite des Lebens, gehört dazu. Es ist schon beeindruckend, über die Weisheit des Alters und die soziale Kompetenz von Frauen anhand des Riechverhaltens von Elefantenmüttern belehrt zu werden. Auch Ethik im Scanner zu betrachten ist etwas ungewohnt. Neue Probleme, wie die Klonierung des Menschen, fordern den Autor zu einem launigen Beitrag heraus, der gegenwärtige und mögliche künftige Realitäten nicht streng voneinander trennt. Sein Kampfmittel ist die Ironie, und mit ihr würde man sogar begreifen, dass Kranke im Gesundheitswesen nur stören.
In diesem amüsanten Buch liest man von einer Menge unmöglich scheinender Dinge. Warum wohl Heinrich IV. immer guter Laune war? Das erfährt der Leser auf Seite 32. Doch für ihn selbst dürfte es zu spät sein . . . Wovon Ratten träumen, ist heute kein Objekt von Spekulationen mehr, sondern wissenschaftlich nachweisbar. Der Kampf zwischen Ökonomie und Ökologie wird aufs Korn genommen. Was wir noch essen können, hängt tatsächlich von der Dosierung ab. Zum Schluss ist der Leser überzeugt, dass sein größtes Glück in einer intakten Blut-Hirn-Schranke besteht.
Der Autor hat einen klaren Blick für die Verrücktheiten der modernen Welt, die nur noch mit Humor zu ertragen sind. In seinen 18 Beiträgen aus der Zeitschrift für Nervenheilkunde 2001, die hier zusammengefasst sind, geht es um die rechte geistige Diät – um Lernprozesse für die Zukunft, an denen wir alle ein Interesse haben. Maja Rehbein
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