ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2002Die Schatten der Globalisierung
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Globalisierung
Enttäuschend
Joseph Stiglitz: Die Schatten der Globalisierung. Nobelpreis für Wirtschaft. Siedler Verlag, Berlin, 2002, 304 Seiten, gebunden, Leinen, mit Schutzumschlag, 19,90 €
Entgegen dem, was der Titel verspricht, kommentiert Joseph Stiglitz, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften 2002, fast ausschließlich die Politik des Internationalen Währungsfonds (IWF). Stiglitz entwirft das Bild vom stereotyp reagierenden IWF, der jedem in die Krise geratenen Land einen Teil seiner Souveränität raubt und es zwingt, einen Wirtschaftsliberalismus à la Thatcher und Reagan zu dulden. Anhand zahlreicher Beispiele schildert der Autor, wie die Interventionen des IWF zwar im Interesse der großen Gläubiger sind, Wirtschaftswachstum, sozialer Friede und Wohlstand für die sozial Benachteiligten aber nicht erreicht werden. Dies belegt der Autor mit den misslungenen Versuchen des IWF in Russland und während der großen Finanzkrise 1997 in Asien. Stiglitz resümiert, dass gerade die Länder, die sich den Forderungen des IWF widersetzt hätten, am schnellsten ihre Volkswirtschaften konsolidieren konnten, und plädiert für einen Mittelweg zwischen Laisser-faire und Staatsdirigismus.
Viele Kritikpunkte scheinen plausibel. Von jemandem, der mehrere Jahre Berater in der Clinton-Administration und Chefvolkswirt der Weltbank war, sollte man in einem Buch über die Folgen der Globalisierung aber mehr erwarten können als die eindimensional wirkende

Kritik am IWF. Andere Akteure beim Globalisierungsprozess wie die Welthandelsorganisation, die USA und die anderen G-7-Staaten sowie die Strategien der weltumspannenden Konzerne werden kaum erwähnt. An einigen Stellen tritt Anekdotisches etwas plump in den Vordergrund des nicht gut strukturierten und sich in einigen Passagen wiederholenden Buches. Stephan Mertens
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