ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2002AT1-Blocker: Telmisartan wirkt über 24 Stunden

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AT1-Blocker: Telmisartan wirkt über 24 Stunden

Dtsch Arztebl 2002; 99(46): A-3119

Hoc, Siegfried

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LNSLNS Angina-pectoris-Anfälle und EKG-Veränderungen mit einer Anhebung der ST-Strecke treten vorwiegend am frühen Morgen zwischen vier und sechs Uhr auf. Myokardinfarkte, kardiale Todesfälle und Schlaganfälle haben ihren Häufigkeitsgipfel zwischen acht und zwölf Uhr. Dies hängt mit den zirkardianen Rhythmen zusammen, von denen Herz-Kreislauf-Parameter wie Herzfrequenz, Schlagvolumen, peripherer Widerstand, Herzströme und Blutdruck gesteuert werden. „Besonders der Blutdruck zeigt in den Morgenstunden einen steilen Anstieg, der durchaus physiologisch ist, bei Hypertonikern jedoch zu Blutdruckspitzen mit fatalen Folgen führen kann“, sagte Prof. Björn Lemmer (Mannheim).
In einer von der Deutschen Hochdruckliga und Boehringer Ingelheim initiierten Screening-Aktion über den Hochdruck am Morgen haben etwa 4 000 Ärzte die Daten von mehr als 60 000 Hochdruck-Patienten ausgewertet: 21 Prozent litten am Morgen unter Schwindel und Benommenheit, 17 Prozent an Kopfschmerzen und Kopfdruck, 15 Prozent unter Müdigkeit und fünf Prozent unter Brustschmerzen und pektanginösen Beschwerden. Mit Ausnahme der Müdigkeit waren diese Symptome eng mit der Höhe des Blutdrucks korreliert. „Nur achtzehn Prozent der antihypertensiv behandelten Patienten erreichten am Morgen normale Blutdruckwerte, wenn das Antihypertensivum am Vorabend eingenommen wurde“, berichtete Prof. Dr. Martin Middeke (München).
In den letzten vier bis sechs Stunden vor Einnahme der nächsten Dosis ist der Wirkspiegel vieler Antihypertensiva schon so weit abgesunken, dass der Patient gerade in den risikoreichen Morgenstunden nicht mehr ausreichend geschützt ist. Diese therapeutische Lücke kann mit Antihypertensiva geschlossen werden, die 24 Stunden voll wirksam sind.
Eine solche Substanz ist der AT1-Rezeptor-Antagonist Telmisartan (Micardis®), der auch als Kombinationspräparat mit dem Diuretikum Hydrochlorthiazid (Micardis Plus) verfügbar ist. Im direkten Vergleich mit anderen Antihypertensiva wie Lisinopril, Amlodipin und Losartan senkt Telmisartan nach Einmalgabe am Morgen bereits in der 40-mg-Dosierung den diastolischen Blutdruck in den letzten vier Stunden des Einnahmeintervalls deutlich stärker, also in der zweiten Nachthälfte und in den Morgenstunden.
Prof. Peter Trenkwalder (Starnberg) erinnerte daran, dass AT1-Blocker im Unterschied zu den ACE-Hemmern sämtliche Effekte von Angiotensin II inhibieren – also auch Vasokonstriktion, Aldosteron-Freisetzung, die erhöhte Sympathikus-Aktivität und die Koagulabilität. Gleichzeitig beeinflussen AT1-Blocker offenbar indirekt den AT2-Rezeptor, der als Gegenspieler des AT1-Rezeptors antiproliferative Effekte vermittelt. Daher können AT1-Blocker nicht nur den Blutdruck senken, sondern auch kardiovaskulären Komplikationen entgegensteuern. Die vorliegenden Studienergebnisse zeigen, dass die AT1-Rezeptor-Antagonisten hinsichtlich Kardio- und Nephroprotektion mindestens soviel leisten wie ACE-Hemmer. Siegfried Hoc

Einführungspressekonferenz „Micardis Plus®“ der Firma Boehringer Ingelheim in Ingelheim.
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