ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2002Chronische Hepatitis C: Pegyliertes Interferon verbessert Ansprechrate

VARIA

Chronische Hepatitis C: Pegyliertes Interferon verbessert Ansprechrate

Leinmüller, Renate

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Fortschritte wie auf kaum einem anderen Gebiet sind bei der Therapie der Hepatitis C zu verzeichnen. Zu den Verbesserungen gehören 56 Prozent dauerhaftes virologisches Ansprechen bei Kombinationsbehandlung, individualisierte Therapie mit reduzierter Ribavirindosis, frühes Abschätzen des Therapieerfolges – insgesamt eine verbesserte Behandlung bei reduzierten Kosten und gesteigerter Lebensqualität.
Wahrscheinlich seien durch eine Langzeittherapie auch bei initialen Non-Respondern Komplikationen (Fibrogenese, hepatozelluläre Karzinome) zu beeinflussen, hofft Prof. Stefan Zeuzem (Frankfurt/Main). Das jüngste pegylierte Interferon alpha-2a – ein verzweigtkettiges und damit lang wirksames Produkt (Pegasys®), das über eine Woche konstante Wirkspiegel zeigt – hat bei chronischer Hepatitis C in Kombination mit Ribavirin einen Zugewinn von elf Prozent Heilung erbracht. Wie Prof. Michael Manns (Medizinische Hochschule Hannover) ausführte, ist das neue Interferon in 130 klinischen Studien bei rund 25 000 Patienten geprüft worden.
Mithilfe der Viruslast den Therapieerfolg abschätzen
Bei Infektionen mit Genotyp 2 und 3, die leichter zu behandeln sind, reicht eine 24-wöchige Therapie mit 180 µg pegyliertem Interferon alpha-2a pro Woche in Kombination mit einer mittleren Dosis Ribavirin (800 mg/die) aus, um Heilungsraten von 78 Prozent zu erzielen; bei HCV-Erkrankungen vom Genotyp 1 dagegen ist bei Respondern eine 48-wöchige Therapie mit der Ribavirin-Standarddosis (1 000 bis 1 200 mg) nötig. Hier lassen sich Heilungsraten von 51 Prozent erreichen, wie Zeuzem darlegte.
Neben diesem „Meilenstein“ sieht Manns einen Fortschritt in der frühen Abschätzung des Therapieerfolges: Wenn ein Patient mit HCV-Genotyp 1 nach der zwölfwöchigen Basistherapie einen Abfall der Viruslast um zwei Log-Stufen zeigt, ist in 86 Prozent eine Heilung möglich, wenn die Therapie fortgesetzt wird. Sinkt die Viruslast in diesem Zeitraum weniger stark, kann die Therapie abgebrochen oder geändert werden, da die Heilungschancen nur bei rund 14 Prozent liegen. Dies erspare einerseits dem Patienten die nicht ganz nebenwirkungsarme Behandlung und führe andererseits zu einer Kostenreduktion.
Bessere Verträglichkeit und niedrige Abbruchrate
Gegenüber dem Standard-Interferon weist das neue Produkt eine bessere Verträglichkeit auf. Die grippeähnlichen Symptome seien um ein Viertel reduziert, was sich auch in niedrigeren Abbruchraten widerspiegele, so Zeuzem. Für die Zukunft kündigte der Referent sowohl ein neues Ribavirin mit weniger Nebenwirkungen an als auch die Perspektive, dass durch eine Langzeitbehandlung mit Interferonen die Fibrogenese und mit großer Wahrscheinlichkeit das Auftreten hepatitis-assoziierter hepatozellulärer Karzinome reduziert werden kann. Dr. Renate Leinmüller

Einführungspressekonferenz „Pegasys®: Beste Hoffnung auf Heilung bei Hepati-tis C“ der Firma Hoffmann-La Roche in Frankfurt/Main
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema