ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2002Sonderschau: Point-of-Care-Testing

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Sonderschau: Point-of-Care-Testing

Dtsch Arztebl 2002; 99(46): A-3122 / B-2636

Kempe, Lisa

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LNSLNS Premiere feiern wird die Sonderschau Point-of-Care-Testing (POCT) auf der Medica in Düsseldorf. In Halle 3 wollen die Medica-Organisatoren dem Fachpublikum innovative Produkte rund um die patientennahe Durchführung von Schnelltests präsentieren. Diagnostik und Therapie rücken mit POCT näher zusammen. Die POCT-Verfahren liefern direkt am Patientenbett das Analysenergebnis — ohne zeitraubenden Transport von Proben zum Labor. Angefangen hat die Geschichte des POCT mit Blutzuckertests für die patientennahe Sofortdiagnostik. Inzwischen reicht die Palette der POC-Testparameter von Glucose über Hämoglobin, Hämatokrit, Blutgase, Laktat und Elektrolyten bis hin zu Cholesterin, Triglyzeriden und Harnstoff. Die Aussteller haben Schnelltests für die Gerinnungsdiagnostik oder die kardiovaskuläre Diagnostik im Programm ebenso wie Teststreifen für das Drogenscreening. Auch außerhalb der unmittelbaren Krankenversorgung etabliert sich das Point-of-Care-Testing: In einen Aktenkoffer passt das mobile Labor der Diaglobal GmbH, das für die medizinische Betreuung von Leistungs- und Breitensportlern ausgelegt ist. (Halle 3, E92-6)
Für das ärztliche und pflegerische Personal bedeutet jedoch die Diagnostik am Patientenbett vielfach eine zusätzliche Belastung. Die Durchführung der Tests allein genügt nicht. Geräte müssen gewartet, Messergebnisse überprüft und dokumentiert werden. Vor allem die regelmäßige Qualitätskontrolle führt oft zu Mehraufwand. Auf der Sonderschau präsentiert Instrumentation Laboratory ein wartungsfreies System für die Notfallanalytik, das über ein automatisches Qualitätskontrollsystem verfügt. Herzstück des Blutanalysesystems ist eine austauschbare Kassette, die alle Komponenten für die Probenanalyse, wie Sensoren, Reagenzien, Lösungsmittel und Abfallbehälter, beinhaltet. Für die interne Qualitätskontrolle des Systems hat IL ein intelligentes Qualitätsmanagement (iQM™) entwickelt, das auf einer Kombination von Software, Prozesskontroll-Lösungen und einer Zusatzkontrolle der Kassette (Calibration Validation Product) basiert. „iQM erfasst bei der internen Qualitätskontrolle Fehler deutlich früher als die herkömmlich automatisierten Qualitätskontrollen, weil das Kontrollsystem permanent und in Echtzeit arbeitet“, erläuterte Thomas Liebel, Produktmanager Critical Care der IL-Deutschland. Das iQM™ kontrolliert die Unversehrtheit der Kassetten und identifiziert alle Veränderungen, die die analytische Leistung beeinträchtigen könnten. (Halle 3, Stand A92)
Trends in der Biochip-Technologie
In den Forschungslabors setzen die Wissenschaftler neben der Weiterentwicklung von Biosensoren für Enzym- und Immunoassays vor allem auf die Biochip-Technologie. Für die rund daumennagel-großen Silizium- oder Kunststoffplättchen wächst die Zahl der Gen- oder Proteinsonden ständig. Die SIRS-Lab GmbH, ein Jenaer Start-up-Unternehmen, stellt bei der Medica Biochips vor, die zu einem besseren Verständnis der molekularen Veränderungen bei akuten Entzündungskrankheiten wie der Sepsis beitragen sollen. Der Lab-Arraytor human 500-1 cDNA benutzt als Marker-Moleküle cDNAs, die Auskunft über den Expressionsgrad bestimmter Gene bei Entzündungsprozessen geben. „Die Biochips aus der Lab-Arraytor-Serie sind unsere ersten Produkte für den Forschungsmarkt“, erläutert Dr. Stefan Russwurm, Gründer der SIRS-Lab. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, unsere Biochip-Technologie auch für den klinischen Markt weiterzuentwikkeln. Mit einer Point-of-Care-Plattform für den Lab-Arraytor ließen sich zum Beispiel die lebensbedrohlichen Entzündungsreaktionen, die bei einer Sepsis ablaufen, frühzeitig diagnostizieren.“ (Halle 3/H26) Dr. rer. nat. Lisa Kempe
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