ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2002Geriatrie: Pro Aging statt Anti-Aging

AKTUELL

Geriatrie: Pro Aging statt Anti-Aging

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Etwa jeder Dritte leidet im Alter von 85 Jahren an drei oder mehr Krankheiten. Foto: Ines Baier/Joker
Etwa jeder Dritte leidet im Alter von 85 Jahren an drei oder mehr Krankheiten. Foto: Ines Baier/Joker
Deutsche Gesellschaft für Geriatrie kritisiert Fallpauschalen.
Etwas Schlechteres kann einem 70-Jährigen nicht passieren, als dass er ins Krankenhaus muss“, sagte Prof. Dr. med. Ingo Füsgen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie beim 10. Fortbildungskongress in Berlin. Die Kalkulation der diagnosebezogenen Fallpauschalen in Krankenhäusern werde den vielfältigen Krankheitsbildern und den Bedürfnissen der Älteren nicht gerecht. Etwa jeder Dritte habe im Alter von 85 Jahren drei Krankheiten, jeder Zehnte dieser Altersgruppe vier. „Bei einem Multimorbiden müssten alle Krankheiten gleichberechtigt im DRG-System abgebildet werden“, sagte Füsgen. Er verwies zudem auf die Aussichtslosigkeit, Leitlinien für multimorbide Patienten einzuführen. Für einzelne Krankheiten sei dies möglich, nicht jedoch für „Kombinationspatienten“. Sie seien in der Geriatrie aber die Regel.
Der Geriatrie-Kongress widmete sich außerdem der Prävention und dem gesunden Altern. „Wir wollen damit auf die Möglichkeiten hinweisen, positiv mit dem eigenen Alter umzugehen, ohne sich dabei auf Krankheiten zu fixieren“, erklärte Füsgen. Seriöse medizinische Ratschläge zum gesunden Altern unterschieden sich von den Versprechungen der Anti-Aging-Bewegung, die sich momentan größter Beliebtheit erfreue. Diese wende sich nur an gesunde, fitte Menschen mittleren Alters, die sich ihre Jugend, Leistungsfähigkeit und Attraktivität möglichst lange erhalten wollten.
Anzeige

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote