ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2002Israel: Transplantierte Nieren und „Bombulans“

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Israel: Transplantierte Nieren und „Bombulans“

Dtsch Arztebl 2002; 99(47): A-3171 / B-2679 / C-2494

Milimovka, Maya

Zum Palästina-Israel-Konflikt:
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LNSLNS Den Umfragen zufolge unterstützt die Mehrheit der Palästinenser die terroristischen Organisationen wie „Hamas“ oder „Tanzim“ und somit auch die Terroranschläge. Dabei werden sogar die Mitarbeiter der Polizei und/oder des Gesundheitssystems zu Terroristen oder ihren Helfershelfern. Das ist leider kein Einzelfall, wie die palästinensische Seite es gerne darstellen möchte. Gerade las ich über einen neuen solchen Fall im Internet. Der Bericht erschien unter dem vielsagenden Namen „Bombulans“. Es mag sein, dass Hochschwangere sehr lange warten müssen, und das ist schlimm. Es erging ihnen aber wohl nicht so schlimm wie den israelischen Schwangeren, die samt ihrer Ungeborenen getötet wurden.
Unser Freund, der am bekanntesten Krankenhaus
Israels, in „Hadassa“, Jerusalem, als Anästhesist arbeitet, berichtet über einen palästinensischen Teenager, der dort schon mehrmals operiert wurde. Dieser nette Junge wollte „eine kleine Bombe“ bauen, der Stoff explodierte in seiner Hand. Die israelischen Ärzte haben seine Hand gerettet, sodass er, witzelt das Personal, mindestens Steine werfen kann.
Und wer weiß, dass israelische Ärzte Nieren von Terroropfern zweier Palästinenserinnen (54 und 7 Jahre alt) transplantiert haben, was von den Familien der Opfer bewilligt wurde?
Andererseits: Am 23. April 2002 veröffentlichte Dr. Adel Sadek, Vorsitzender der Arabischen psychiatrischen Assoziation und Lehrstuhlinhaber Psychiatrie an der „Ain Shams“-Uni in Kairo, einen Artikel in der ägyptischen Zeitung „Khadit al-Madina“. Der Artikel heißt etwa „Die Lehre ist noch nicht zu Ende, Dummkopf!“ – und ist als ein offener Brief an den US-Präsidenten Bush gestaltet. Neben den niederträchtigen persönlichen Beleidigungen des US-Präsidenten beinhaltet er ein Loblied auf Selbstmordattentate und den Aufruf zu neuen, da Dr. Sadek ein glühender Anhänger von eben diesen ist. Ob er auch seine Kinder schickt? Nebenbei wird behauptet, dass in unserer verfaulten westlichen Welt sich kein Mensch mehr opfert, insbesondere kein Israeli. Natürlich waren und sind Amerikaner, Engländer, Deutsche, Juden, Russen, Polen etc. dazu fähig; die verschiedenen historischen und gegenwärtigen Ereignisse lieferten genug Beweise dafür. Allerdings habe ich bisher kein einziges (missbilligendes) Wort in Bezug auf diesen Artikel in der (Fach-) Presse gelesen.
Wem ist bekannt, dass in Israel auf 1 246 Bewohner ein Schwerverletzter kommt, ohne Tote, Traumatisierte und leicht Verletzte (Stand Mai 2002)? Und ist das nicht Chuzpe, dabei von Israel Geduld zu verlangen? So, wie die Müttersterblichkeit nur auf Israel zu schieben und dabei den kulturellen Hintergrund (Verhütungsverbot/sehr häufige Geburten im
Islam) sowie die verantwortungslose demographische Politik der palästinensischen Administration (je mehr, desto schlimmer für Israel, egal wovon sie dann leben können) zu vergessen. Zu verschweigen, dass die Familien einiger Selbstmordattentäter die Anschläge gefeiert und danach noch die israelischen Sozialleistungen (Verlust des Ernährers!) bezogen haben, wobei sich überlebende Opfer verhöhnt fühlten. Das Thema ist endlos, wie das Leid auf beiden Seiten. Weitere Informationen: www.hagalil.de oder www.ict.org. il/articles und
www.honestre porting.com/followup/ bbc_report.asp.
Maya Milimovka, Fritz-Weidner-Straße 59, 90451 Nürnberg
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