ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2002Patientenrechte: Was treibt Medizinstudenten?
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LNSLNS Patienten als Subjektive mit eigenen Rechten wahrzunehmen steht für einen nicht geringen Teil der Ärzteschaft leider immer noch im Spannungsverhältnis zu ihrem Selbstverständnis. Patientenrechte soll es nur soweit geben, wie sie von den Ärzten zugestanden werden. Schon früh an der Universität bekommen Medizinstudenten Überlegenheitsallüren beigebracht. Nach Abschluss des Studiums schlägt diese diffuse Arroganz in das Bedürfnis um, nunmehr „fertig zu sein“ und „machen zu dürfen“. Und nur mit Zähneknirschen ertragen Ärzte dann, wenn Justiz und Gesetzgeber das „machen dürfen“ ein- und die Stellung der Patienten aufwerten.
Zweifelsohne brauchen wir auch weiterhin eine juristische Stärkung der Patientenseite. Schließlich ist es Aufgabe eines Rechtsstaates, den Schwächeren zu unterstützen, damit möglichst ein Kräftegleichgewicht eintritt. Es wäre jedoch interessant, dazu begleitend zu untersuchen, wie viel Patientenrechte Medizinstudenten bereit sind in Kauf zu nehmen, um das Studium noch attraktiv zu finden. Tempora mutantur: Für die Perspektive „Diener am Kranken“ zu werden, wer von den jungen „Halbgottanwärtern“ studiert dafür denn unter Blut, Schweiß und Tränen heute noch Medizin?
Martin Riemer, Rechtsreferendar, Torfstichweg 24, 33613 Bielefeld

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