ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2002Arbeitszeit: Nur Solidarität kann Zustände beenden
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LNSLNS Zunächst erscheint es dringlich geboten, die Änderung des R 93/104/EG zur Arbeitszeit vom 22. Juni 2000 L195 S. 41 vollständig zu zitieren!
„ . . . dem Art. 17 Abs. 2 wird folgende Nr. angefügt: 2.4. von den Art. 6 und 16 Nr. 2 bei Ärzten in der Ausbildung a) von Art. 6 für eine Übergangszeit von fünf Jahren ab dem 1. August 2004 . . .
III) Stellen die Mitgliedsstaaten sicher, dass die Zahl der Wochenarbeitsstunden keinesfalls einen Durchschnitt von 58 während der ersten drei Jahre, von 56 während der folgenden zwei Jahre und 52 während des gegebenenfalls verbleibenden Zeitraums übersteigt. In den Eingangsbestimmungen ist ganz klar darauf abgehoben, dass davon die Regelungen des EuGH-Urteiles unberührt bleiben und dass es sich hierbei um Notwendigkeiten zur Sicherstellung der Patientenversorgung handelt, deren Abstellung ein vordringliches Ziel darstellt!
Ich hoffe dringend, dass die Ausführungen der Kollegen nicht das Schlusswort in dieser enorm wichtigen Fragestellung des ärztlichen Berufes darstellen werden. Die zwingend notwendige Entrümpelung des Tätigkeitsprofils der Assistenzärzte würde durch das Festzimmern auf die 48+12-Stunden-Woche für viele weitere Jahre aufgeschoben werden. Erneut lassen wir es zu, dass Keile zwischen die Kollegen getrieben werden und unter dem Deckmantel der Patientenversorgung, der Aus- und Weiterbildung und nicht zuletzt der angemessenen (?) Bezahlung die jungen Ärzte als Einsparfaktor missbraucht werden, indem ihnen ständig weitere berufsfremde Tätigkeiten aufgebürdet werden. Sollten die Kollegen der MHH tatsächlich in der Lage sein, auf der Basis ihrer KLV nachzuweisen, dass sie 60 Stunden pro Woche mit ärztlichen Tätigkeiten beschäftigt sind?
Ich behaupte: Nach Abzug aller fachfremden Papier- und Verwaltungstätigkeiten bliebe ein völlig normales Berufsbild übrig! Nur wird man das nie erreichen, wenn man öffentlich behauptet, nur durch 22 Stunden mehr als jeder andere Arbeitnehmer könne eine qualitativ hochwertige Medizin gemacht und eine zeitgerechte Ausbildung gewährleistet werden. Nur Solidarität wird den Beruf des Arztes wieder attraktiv machen und die unhaltbaren Zustände an unseren Kliniken endlich beenden. Das werden wir durch derartige Schlussworte sicher nicht erreichen!
Michael Kammermeier, Bodelschwinghstraße 4, 92224 Amberg
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