ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2002Neurochirurgie in Deutschland

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Neurochirurgie in Deutschland

Dtsch Arztebl 2002; 99(47): A-3174 / B-2681

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Medizingeschichte
Substanzielle Dokumentation
Neurochirurgie in Deutschland: Geschichte und Gegenwart. 50 Jahre Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie. Blackwell Wissenschafts-Verlag, Berlin, Wien u. a., 2001, XVIII, 638 Seiten, gebunden, 79,95 €
Dieser Sammelband erschien anlässlich des 50. Jahrestages der Gründung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC) im Jahr 1950 in Bonn. Er wurde von dem 1999 verstorbenen Würzburger Neurochirurgen Karl-August Bushe initiiert und von einem zwölfköpfigen Herausgebergremium auf den Weg gebracht. Einleitend wird die Neurochirurgie von den Anfängen bis zum späten 19. Jahrhundert dargestellt, gefolgt von einem stufenweisen Abriss der historischen Entwicklung des Fachs von 1880 bis 2000 einschließlich derjenigen in der DDR (1950 bis 2000). Im Hinblick auf die Zeit des Nationalsozialismus, der ein eigenes Kapitel gewidmet ist, wäre punktuell mehr Tiefenschärfe möglich gewesen (zum Beispiel im Hinblick auf die Hirnforschung an Opfern der „Euthanasie“).
Anschließend stellen 49 „Sachbeiträge“ die wissenschaftliche und strukturelle Entwicklung der Neurochirurgie im Einzelnen vor: unter anderem Neuroanästhesie und Neuropathologie, Elektroenzephalographie und Hirntoddiagnostik, Chirurgische Epilepsietherapie und Neurochirurgische Schmerztherapie, aber auch die Bedeutung von Recht und Ethik in der DGNC oder die Qualitätssicherung in der Neurochirurgie. Ein „Namensglossar der Pioniere“ informiert über die wichtigsten biografischen Daten. Die „Genealogie der Kliniken“ listet die Spezialeinrichtungen für Neurochirurgie auf. Zum Abschluss werden die Aktivitäten der DGNC in Vergangenheit und Gegenwart samt einem vollständigen Mitgliederverzeichnis wiedergegeben.
Der gewichtige Band dokumentiert in eindrucksvoller Weise, wie sich eine medizinische Fachgesellschaft systematisch und unter Beteiligung von zahlreichen Autoren mit ihrer Geschichte auseinander setzen kann. Er ist sicherlich nicht nur zur eigenen Orientierung der Neurochirurgie von Bedeutung, sondern auch für die Medizinhistoriographie insgesamt, die auf solche substanziellen Dokumentationen einer Einzeldisziplin angewiesen ist. Heinz Schott
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