ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2002Infliximab bei therapieresistenter Sprue

MEDIZIN: Referiert

Infliximab bei therapieresistenter Sprue

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LNSLNS Bei der Zöliakie handelt es sich um eine T-Zell-vermittelte Enteropathie, ausgelöst durch Gluten bei genetischer Disposition. Bei der histologisch nachweisbaren Zottenatrophie spielt der Tumornekrosefaktor alpha eine wichtige Rolle bei der Induktion der Apoptose.
Die Autoren setzten deshalb erstmals Tumornekrosefaktor-alpha-Antikörper (Infliximab) bei einer Patientin ein, bei der sämtliche konventionelle Therapiemodalitäten wie glutenfreie Kost, Corticosteroide und Azathioprin versagt hatten. Nachdem auch eine Behandlung mit Cyclosporin nur eine vorübergehende Besserung gebracht hatte, wurde ein Therapieversuch mit 5 mg Infliximab pro Kilogramm Körpergewicht, über zwei Stunden infundiert, unternommen. Innerhalb weniger Tage kam es zu einer dramatischen Besserung des Beschwerdebildes; die Patientin wurde zum ersten Mal seit Diagnosestellung asymptomatisch. Auch zwölf Monate nach Infliximab-Therapie zeigte die Dünndarmschleimhaut noch eine normale Zottenarchitektur. w

Gillet HR, Arnott IDR, Ghosh S et al.: Successful infliximab treatment for steroid-refractory celiac disease: a case report. Gastroenterology 2002; 122: 800–805.

Subrata Ghosh, M. D., Gastrointestinal Laboratory, Western General Hospital, Crewe Road, Edinburgh EH4 2XU, Großbritannien, E-Mail: sg@srv0.med.ed.ac.uk

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