ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2002Endosonographie kritisch betrachtet

MEDIZIN: Referiert

Endosonographie kritisch betrachtet

Dtsch Arztebl 2002; 99(47): A-3189 / B-2690 / C-2505

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LNSLNS Jede neu eingeführte Methode zeitigt zunächst exzellente Ergebnisse; im Routinebetrieb zeigt sich dann, dass die hochgesteckten Erwartungen doch nicht erfüllt werden können.
Die Autoren, die die Endosonographie im Gastrointestinaltrakt über lange Zeit vorangetrieben haben, legen eine kritische Bilanz vor, in dem die Videoaufnahmen von 32 Ösophaguskarzinomen, 33 Magenkarzinomen und 36 Pankreaskarzinomen retrospektiv unter Routinebedingungen analysiert wurden, später ein zweites Mal blind und ein drittes Mal mit zusätzlichen Informationen über Endoskopie und CT. Die Genauigkeit des endoskopischen Ultraschalls bezüglich T-Staging wurde unter Routinebedingungen mit 73 Prozent ermittelt. Dieser Wert fiel bei blinder Evaluierung auf 53 Prozent ab und stieg unter Zuhilfenahme der beiden ergänzenden Verfahren auf 62 Prozent an. Die Sensitivität bei T1/T2-Tumoren lag unter Routinebedingungen bei 72 Prozent, bei blinder Evaluierung bei 59 Prozent und unter Zuhilfenahme anderer bildgebender Verfahren bei 70 Prozent. Die entsprechenden Werte für fortgeschrittene Tumoren lagen bei 85 Prozent, 74 Prozent und 72 Prozent.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die früher publizierten guten Ergebnisse der Endosonographie wahrscheinlich auf eine klinische Gesamtschau des Patienten zurückzuführen waren. w

Meining A, Dittler HJ, Rösch T et al.: You get what you expect? A critical appraisal of imaging methodology in endosonographic cancer staging. Gut 2002; 50: 599–605.

Prof. Dr. Thomas Rösch, Innere Medizin II, TU München Klinikum rechts der Isar, Ismaninger Straße 22, 81675 München, Thomas.Roesch@Irz.tu-muenchen.de.

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