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Als Vorsitzender der Ethikkommission der Ärztekammer Bremen habe ich den Artikel mit Interesse gelesen. Leider enthält er, wie bei dem Konkurrenzkampf der Kassen um die Akupunktur nicht anders zu erwarten, Unrichtigkeiten, die zumindest der ärztlichen Öffentlichkeit offenbart werden sollten. Es hätte der Leser begrüßt, wenn er über die drei konkurrierenden Studien mit jeweils unterschiedlichem Design unterrichtet worden wäre. Neben der Studie der AOK, BKK, IKK, Landwirtschafts-Seekassen und der Knappschaftskasse, die unter der wissenschaftlicher Leitung der Uni Bochum teilnehmen, gibt es noch die Studie der HKK und TK, die an der Charité Berlin betreut wird sowie die Studie der übrigen VdAK-Kassen an der Uni München. Man darf gespannt sein, wie die unterschiedlichen Studien zu einer einheitlichen Bewertung der Akupunktur kommen wollen. Den Anspruch, die Kriterien von good clinical practice zu erfüllen, kann die Bochumer Studie nicht erheben, da sie im Gegensatz zu den anderen Studien nicht allen zuständigen Ethikkommissionen zur Begutachtung vorgelegen hat. Vielleicht war man der Meinung, dass es sich nicht um Forschung handele, was der widersprüchlichen juristischen Situation geschuldet sein könnte. Denn nach SGB V § 63 (4) können keine Fragen der biomedizinischen Forschung Gegenstand von Modellvorhaben sein, was aber bei Prüfung eines medizinischen Verfahrens (Akupunktur) gegen Placebo wohl der Fall wäre, ferner sind nach § 65 Modellversuche wissenschaftlich zu begleiten und auszuwerten. Wie dieser Knoten nach drei Jahren gelöst wird, bleibt abzuwarten.

Dr. med. Ulrich Kütz
Dijonstraße 13, 28211 Bremen

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