Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
Gerade durch eine mangelnde Qualität der Verum-Akupunktur sind die meisten bisherigen Akupunkturstudien im Ergebnis angreifbar. Um dies nicht zu wiederholen, wurden die Kriterien für die Verum-Akupunktur und Sham-Akupunktur in den GERAC-Studien nach der internationalen Literatur und durch internationale Fachexperten abgestimmt. Diese Akupunktur ist hiernach mit einem Ausbildungsstand von weniger als 140 Stunden nicht zu leisten. Die GERAC-Studien bestehen aus vier randomisierten klinischen Studien zu den vier Indikationsgebieten sowie einer epidemiologischen Erhebung. Die vier klinischen Studien werden in mehreren Regionen Deutschlands durchgeführt. Von den zuständigen fünf Ethikkommissionen der Lan­des­ärz­te­kam­mern wurden nach Vorlage der Studienpläne jeweils positive Voten abgeben. Im Bereich Bremen wird keine dieser vier randomisierten Studien durchgeführt, daher wurden der dortigen Ethikkommission die Prüfpläne nicht vorgelegt. Die epidemiologische Erhebung zu den unerwünschten Wirkungen wird gemäß den Empfehlungen zur „guten epidemiologischen Praxis“ (GEP) durchgeführt. Die hiernach geforderte Stellungnahme einer Ethikkommission liegt vor. Herr Landthaler verweist darauf, dass bereits im Jahre 2001 eine GCP-konforme Studie durch die Krankenkassenverbände Bayern finanziert wurde. Für die Entwicklung von GCP-konformen Prüfplänen für den Bereich der Versorgungsforschung ist es hilfreich, auf Erfahrungen bereits durchgeführter Studien zurückgreifen zu können. In unserer Literaturrecherche sind wir auf keine Studie gestoßen. In dem Leserbrief fehlt leider ebenfalls ein Literaturhinweis. Eine Zielsetzung der GCP-Richtlinien, nach denen die vier randomisierten Studien durchgeführt werden, ist es Maßnahmen festzulegen, um bewusste oder unbewusste Manipulationen zu vermeiden. So müssen Originalpatientendaten in den Praxen durch die Monitore überprüft werden. Sham-Akupunktur ist ein international definierter Begriff und bezeichnet den Einstich an einen Nicht-Akupunkturpunkt mit entsprechender physiologischer Wirkung. Es handelt sich nicht um eine rein suggestive Placebomaßnahme. Die Bedenken, GERAC könnte eine politisch dominierte Studie sein, sind unbegründet.
GERAC wird durch inzwischen über 100 Wissenschaftler, darunter Befürworter und Gegner der Akupunktur, gestaltet. Kassen, Verbände und Gesellschaften finden sich darunter nicht.

Literatur
1. Arbeitsgruppe Epidemiologische Methoden der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Epidemiologie (DAE). Leitlinien und Empfehlungen zur Sicherung von Guter Epidemiologischer Praxis (GEP). Februar 2000, erhältlich:
http://www.gmds.de/texte/onlinedocs/empfehlungen/ empf_gep_langfassung.htm
2. Molsberger A, Böwing G: Akupunktur bei Schmerzen des Bewegungsapparates. Der Schmerz 1997; 11: 24–29.
3. Stux G, Birch S. Proposed standards of acupuncture treatment for clinical studies. In: Stux G, Hammerschlag R, eds.: Clinical acupuncture scientific basis. Berlin, Heidelberg, New York: Springer Verlag 2001.

Für die Verfasser:
Prof. Dr. rer. nat. Hans Joachim Trampisch
Ruhr-Universität Bochum
Overbergstraße 17, 44801 Bochum

Dr. med. Albrecht Molsberger
Kasernenstraße 1b, 40213 Düsseldorf

    Leserkommentare

    E-Mail
    Passwort

    Registrieren

    Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.