ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2002Ultraschallgeräte: Sonographie wird noch mobiler

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Ultraschallgeräte: Sonographie wird noch mobiler

Dtsch Arztebl 2002; 99(47): A-3206

Heidelbach, Michael

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Der Trend zu immer kleineren und leistungsfähigeren Geräten zur mobilen Ultraschalldiagnostik setzt sich auch auf der diesjährigen Medica fort. Der amerikanische Gerätebauer Sonosite stellt dort ein „sehendes Stethoskop“ vor. Das mobile Sonographiegerät iLook15 ist so klein, dass es sich wie ein Stethoskop einsetzen lässt. Mit dem 1,4-Kilo-Leichtgewicht kann die
Ultraschall als chirurgisches Instrument ist das Dissektionssystem Sonosurg G2. Das LogiQ Book ist ein Ultraschall-Diagnosegerät im Laptop-Format. Werkfotos
Ultraschall als chirurgisches Instrument ist das Dissektionssystem Sonosurg G2. Das LogiQ Book ist ein Ultraschall-Diagnosegerät im Laptop-Format. Werkfotos
Sonographie einhändig betrieben werden. Es dient dazu, bei einem raschen Blick in den Patienten schnell Informationen zu sammeln. In Fachabteilungen wie Notaufnahme, Innerer Medizin oder Chirurgie können damit bestimmte Kontrollfragen schnell und einfach beantwortet werden. Mit dem Gerät können beispielsweise das Vorliegen eines Aorten-Aneurysmas, freie Flüssigkeit im Bauchraum oder auch Gallensteine schnell ausgeschlossen werden, was die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen vorab eingrenzt.
Ebenfalls mobil, nur diesmal als High-End-Variante, ist das LogiQ Book, das GE Medical Systems dieses Jahr präsentiert: ein Ultraschall-Diagnosegerät im Laptop-Format. Es sieht einem herkömmlichen Laptop ähnlich, die Ärzte müssen jedoch nicht befürchten, fortan per Tastatur oder Maus Befehle einzugeben. Denn trotz des Formats besitzt das LogiQ Book die gewohnten analogen Knöpfe und Stellelemente. Es ist klein und leicht, dennoch bietet es mit PW-Doppler und Farbdoppler die gleichen Diagnosemöglichkeiten wie ein stationäres System. Nach Angaben des Herstellers soll mit dem LogiQ Book eine subtile Diagnostik am Bettrand ermöglicht werden, was insbesondere schwer transportierbaren Patienten beispielsweise in der Geriatrie zugute kommt. Das wahlweise batteriebetriebene Gerät beherrscht die drahtlose Kommunikation per DICOM. Es kann aber auch die Echorohdaten speichern.
Unter dem Stichwirt „Mobilität“ präsentiert Siemens eine Kombination zweier unter Kardiologen bereits bekannter Geräte: Der Ultraschallkatheter AcuNav darf seit der CE-Zulassung vor zwei Monaten nun auch mit dem ebenfalls mobilen Echokardiographiesystem Acuson Cypress benutzt werden. Damit steht den Herzchirurgen während des Eingriffs eine strahlungsfreie Bildgebung zur Verfügung.
Siemens und Philips zeigen neue Produkte, die bessere Bildqualität für weniger Geld bieten. Das Sonoline G60 S (Siemens) und der Envisor (Philips) sind geeignet für sonographische Routineuntersuchungen und Echokardiographie. Beide Geräte beherbergen Technik, die die Untersuchung schwer schallbarer Patienten erleichtert. Das „Harmonic Imaging“ dient der verbesserten Darstellung von Gewebestrukturen. Beide Geräte können wie eine Workstation zum Management von Bild- und Patientendaten eingesetzt werden, weil Speichermedien und die entsprechenden Managementsysteme bereits integriert sind. Neben zahlreichen Verbesserungen der Bildqualität hebt Philips besonders die Ergonomie des Envisors hervor, die das Arbeiten mit dem Gerät leichter und sicherer machen soll.
Beim Sonoline lässt sich die Schallfrequenz frei wählen, was Auflösung und Eindringtiefe verbessert. Siemens verspricht mit dieser „Multi-Hertz“-Technik, den klinischen Anwendungsbereich zu erweitern. Mit dem etwas kleineren Sonoline G50 zielt Siemens hauptsächlich auf niedergelassene Ärzte. Es hat einen geringeren Funktionsumfang als sein großer Bruder, lässt sich jedoch wegen der offenen Architektur des Geräts individuell anpassen und ergänzen.
Das mobile Sonographiegerät iLook15 ist so klein, dass die Sonographie einhändig betrieben werden kann. Werkfoto
Das mobile Sonographiegerät iLook15 ist so klein, dass die Sonographie einhändig betrieben werden kann. Werkfoto
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Ultraschall als chirurgisches Instrument wird von Olympus Winter & IBE vorgestellt. Das Dissektionssystem SonoSurg G2 schneidet schonend, weil es stromlos ist. Das Verfahren minimiert Schäden des angrenzenden Gewebes und schließt wegen der niedrigen Arbeitstemperatur Karbonisierung aus. Seine Anwendung war bisher jedoch relativ teuer, weil die Chirurgen auf den Einsatz von Einmalhandinstrumenten angewiesen waren. Während der Messe sind nun autoklavierbare und demnach wieder verwendbare Handinstrumente für die offene und laparoskopische Chirurgie zu besichtigen. Das Set besteht aus 5 und 10/11 Millimeter-Instrumenten mit Schere, gebogener Schere und Haken. Die Leistung lässt sich in zehn Stufen einstellen. Das System ist mit anderer elektrochirurgischer Ausrüstung kombinierbar, so kann beispielsweise über ein zusätzliches Kabel ein Insufflator angeschlossen werden, dessen automatische Rauchabsaugung für optimale Sicht im Operationsgebiet sorgt. Michael Heidelbach


Medica 2002
Philips Halle 10, Stand A22
GE Medical Systems Halle 10, Stand A55/A56
Siemens Halle 10, Stand A18
Sonosite Halle 9, Stand E39
Olympus Halle 10, Stand C04/E10/C20

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