ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2002Studie: Kritik an Radiologen

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Studie: Kritik an Radiologen

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LNSLNS Experten beklagen Qualitätsmängel.
Jede zweite ambulante Röntgenuntersuchung soll technisch nicht in Ordnung sein. Rund ein Drittel der bildgebenden Diagnostik sei sogar überflüssig. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zur „Qualität in der ambulanten bildgebenden Diagnostik“ der Universität Köln. An der Untersuchung beteiligten sich 171 niedergelassene Ärzte aus Nordrhein-Westfalen sowie rund 1 200 Patienten.
Das Einsparvolumen im Bereich der niedergelassenen Radiologen betrage rund 317 Millionen Euro, sagte der Gesundheitsökonom und Mitautor der Studie, Prof. Dr. med. Karl Lauterbach, bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin. Hinzu komme ein Einsparpotenzial im Bereich der Sonographien von 100 Millionen Euro. Auch hier hätte man nach Angaben Lauterbachs auf 26 Prozent der Untersuchungen verzichten können. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt bezeichnete die Zahlen als weiteres Beispiel für mangelhafte und überflüssige Leistungen von Ärzten. Allein im vergangenen Jahr seien im Gesundheitswesen rund 45 Milliarden Euro für schlechte Qualität und unnötige Leistungen ausgegeben worden.
Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. med. Manfred Richter-Reichhelm, reagierte mit Skepsis auf die Studienergebnisse. Zunächst werde man die vorgelegten Zahlen prüfen. Zweifel seien aber schon jetzt angebracht. Schließlich verfolge Lauterbach klare politische Ziele. Dabei komme ihm eine Schwächung der ambulanten fachärztlichen Versorgung zupass. Richter-Reichhelm: „Der Patient braucht den ambulanten Facharzt in seiner Nähe – auch den Radiologen.“
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