ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2002Richtgrößen: Absurdes Theater

BRIEFE

Richtgrößen: Absurdes Theater

Kühne, J. Peter

Erfahrungen aus der Praxis:
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LNSLNS . . . Seit gut drei Jahren spiele ich in einem absurden Theaterstück, genannt Richtgrößen, die Rolle des Alleinunterhalters, stumme Akteure sind meine Kollegen sowie meine KV. Die Einzigen, die das Lied der falsch berechneten Richtgrößen mit mir mitsangen, sind die Journalisten . . . Als fachärztlicher Internist in Niedersachsen musste ich seit 1999 mit einer Richtgröße von 78,50 DM meine Patienten versorgen, 1995 betrug der Fachgruppendurchschnitt 191 DM. Umso größer war meine Freude, als mir am 16. Dezember 2000 mitgeteilt wurde, dass die Richtgröße rückwirkend (!) zum 1. Januar 2000 auf 147 DM angehoben wurde. Über den fast 100-prozentigen Anstieg schweigt sich meine KV nun seit zwei Jahren aus, wenn ich nach den Gründen frage (etwa Fehlberechnung?), beiße ich auf Granit. Herr Dr. Gramsch, der KV-Vorsitzende, schreibt: „Eine Fehlannahme der Ausgangsgrößen kann ausgeschlossen werden, da diese Zahlen durch die gesetzlichen Krankenkassen gemeldet wurden.“ Frau Merkel äußerte auf dem Ärztetag die Ansicht, die Ärzte hätten es nicht verdient, wie Idioten behandelt zu werden. Kein Wunder, dass bei derartigen Fehlaussagen die CDU ihre Wahl verlor.
Dr. J. Peter Kühne, Südstraße 61, 48455 Bad Bentheim
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