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LNSLNS Herr Kollege Zenner würdigt die Verdienste Georg von Békésys in der Erforschung der mechanischen Abläufe im Innenohr bei Einwirkung von Schallwellen und führt hierzu aus: „Für die Beschreibung der ersten Stufe (des involvierten Mechanismus) erhielt der im Dritten Reich aus Deutschland vertriebene Georg von Békésy 1961 den Nobelpreis.“ Dies ist ein Irrtum. G. v. Békésy hatte nie seinen Wohnsitz in Deutschland und ist auch nicht aus Deutschland oder Europa vertrieben worden. Hier sein Lebenslauf in Stichworten: Geboren 1899 in Budapest, Studium in Bern und Budapest. Von 1923 bis 1946 im Dienst der ungarischen Postdirektion, von 1939 bis 1946 auch Professur für Experimentalphysik an der Universität Budapest. Bei der Post widmete er sich intensiv der Physiologie des Ohres. Bis 1944 hat er alle seine wissenschaftlichen Arbeiten in deutschen Zeitschriften veröffentlicht. Die richtungweisende Arbeit zur Physiologie der Hörschnecke erschien 1928. Von Békésys Verhältnis zu Deutschland war immer, auch nach dem Krieg, sehr herzlich. 1931 wurde er von der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde mit dem Denker-Preis ausgezeichnet, 1937, also im Dritten Reich (!), erhielt er die Leibniz-Medaille der Berliner Akademie der Wissenschaften, eine der höchsten Auszeichnungen, die vergeben werden konnten; 1955 Ehrendoktor der Medizinischen Fakultät der Wilhelms-Universität Münster. Nach dem Krieg verließ er Ungarn, war ein Jahr Gast des Karolinischen Instituts in Stockholm und ging 1947 in die USA, zunächst an die Harvard-Universität in Cambridge, Mass., dann 1966 an die Universität in Honolulu, Hawaii, wo er 1972 starb.
Prof. Dr. med. Harald Feldmann, Universitäts-HNO-Klinik, Kardinal-von-Galen-Ring 10, 48149 Münster
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