ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2002Krankenkassen: Wie hoch ist der Verwaltungsanteil?

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Krankenkassen: Wie hoch ist der Verwaltungsanteil?

Dtsch Arztebl 2002; 99(48): A-3251 / B-2741 / C-2553

Hölscher, Antonius

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LNSLNS Die Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenkassen haben mit 7,6 Milliarden Euro ein unerträgliches Rekordniveau erreicht. Der Anteil dieser Kosten an den Gesamteinnahmen der gesetzlichen Krankenkassen beträgt nunmehr 5,9 %. Dieses sind aber nicht die Verwaltungskosten, die im Gesundheitssystem anfallen . . . In den etwa 25 Jahren meiner ärztlichen Tätigkeit kenne ich Krankenhäuser, in denen die Zahl der Verwaltungsangestellten sich mehr als verzehnfacht hat. Auch diese Verwaltungen brauchen etwas zum Verwalten, sodass es inzwischen frustrierte Krankenschwestern gibt, die ihren Traumberuf als Betreuerinnen von Kranken nicht mehr ausüben können, sondern stattdessen einen Verwaltungsbildschirmarbeitsplatz auf der Station ausfüllen müssen. Aber auch die Verwaltungskosten bei KV und KBV, Ärztekammer usw. sind dramatisch in die Höhe gegangen. Ich selbst bin niedergelassener Kollege. Der Anteil der Praxiskosten, die in den Verwaltungsbereich gehen, ist während meiner jetzt 17-jährigen Tätigkeit in der Praxis sicher mehr als verdreifacht . . . Für mich erschreckend ist, dass eine Anfrage im Ge­sund­heits­mi­nis­terium, wie hoch der Gesamt-
anteil der Verwaltungskosten an allen Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen sei, mit Hinweis auf fehlende Zahlen nicht beantwortet werden konnte . . . Ich behaupte, dass die Abrechnung jedes einzelnen Medikamentes, sämtliche Verwaltungstätigkeiten berücksichtigend, bei ca. fünf Euro liegt. Wenn ich dann bedenke, dass selbst Rezepte mit Medikamenten, die die Patienten komplett selbst bezahlen müssen, für diese Summe verwaltet werden, wird mir richtig schwindelig. Man bedenke, ein Warenwert von null wird für fünf Euro verwaltet. Ich wage eine weitere Behauptung: Der Gesamtkostenanteil der Gesamtverwaltung im Gesundheitswesen hat bereits 25 % der Gesamtkosten im Gesundheitswesen überschritten . . .
Dr. med. Antonius Hölscher,
Abt-Richard-Straße 2 b, 54550 Daun
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